Für UNESCO-Welterbe-Chef sind Vorgaben erfüllt

23. Oktober 2003, 09:29
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Zusammenarbeit bleibt weiterhin nötig - Projekt muss noch überarbeitet werden, um die Flächen auf ein wirtschaftliches Ausmaß erhöhen zu können

Wien (APA) - Mit dem neuen städtebaulichen Leitbild für Wien-Mitte dürfte der Konflikt mit der UNESCO rund um das Weltkulturerbe-Prädikat für die Wiener Innenstadt endgültig beigelegt sein. Das hofft zumindest Wiens Planungsdirektor und Welterbe-Beauftragter Arnold Klotz. Am kommenden Samstag wird Francesco Bandarin, Direktor des UNESCO-Welterbebüros, anlässlich der offiziellen Prädikatsverleihung an Wien das Projekt persönlich in Augenschein nehmen.

Bericht bis Februar 2004

"Ich nehme an und gehe davon aus, dass die Vorstellungen der UNESCO damit positiv abgearbeitet wurden", sagte Klotz im Gespräch mit der APA. Bereits im vergangenen Juli hatte sich das Welterbekomitee für einen Verbleib Wiens auf ihrer Liste ausgesprochen, nachdem zuvor das endgültige Aus für die in Wien-Mitte geplanten, bis zu 97 Meter hohen Türme gekommen war. Bis Ende Februar 2004 wird Wien dem Komitee von den jetzigen Entwicklungen offiziell Bericht erstatten.

Nicht nur der oberste Welterbehüter, sondern auch die Wiener Bevölkerung kann am Samstag ab 14.00 Uhr im Rathaus einen Blick auf die neuen Pläne für die Bahnhofsüberbauung am Rande der Innenstadt werfen. Der in einem städtebaulichen Wettbewerb ermittelte Entwurf stammt vom Wiener Architektenduo Dieter Henke und Marta Schreieck. Vorgesehen ist ein U-förmiges Gebäude mit etwa 30 Meter Höhe am Rand und eine bis zu 60 Meter hohe Gebäudegruppe in der Mitte des Grundstücks.

Zusammenarbeit bleibt weiterhin nötig

Laut Klotz ist damit aber nur ein Anfang gemacht: Gemäß der Empfehlung der Wettbewerbsjury, an der auch der Bauträger B.A.I. beteiligt war, muss das Projekt noch überarbeitet werden, um die Flächen auf ein wirtschaftlich notwendiges Ausmaß erhöhen zu können. Dies werde "in einem kooperativem Verfahren" unter Einbindung aller Beteiligter und in Abstimmung mit der Jury geschehen. Klotz hofft dabei auf einen positiven Ausgang: "Die gesamte Jury war ja der Auffassung, dass das Projekt sehr entwicklungsfähig ist, ohne die Stadtverträglichkeit zu verlieren."

Seitens der B.A.I. war man am Donnerstag nur zu einer äußerst knappen Stellungnahme bereit. Man halte das Siegerprojekt für einen "interessanten stadtplanerischen Ansatz", so eine Sprecherin zur APA: "In der weiteren Bearbeitungsphase wird sich zeigen, ob das Projekt auch wirtschaftlich umzusetzen ist." (APA)

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