Fellner erläuterte der WAZ seine Tageszeitungsüberlegungen

9. Oktober 2003, 17:40
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Hombach: "Fellner ist dabei, den Markt zu analysieren, ich bin das auch" - Fellner dementiert konkrete Pläne - Lediglich "geplaudert"

Mögliche Pläne für eine neue Tageszeitung in Österreich waren am Rande der Österreichischen Medientage ein beliebtes Spekulations- und Gesprächsthema der versammelten Branche. Was plant Wolfgang Fellner, so die Standard-Frage. Der News-Gründer wird sich ja mit Jahresende aus der operativen Führung der News-Gruppe zurückziehen und zu "neuen Ufern" aufbrechen. Dem Vernehmen nach ist Fellner bereits bei verschiedenen europäischen Verlagshäusern vorstellig geworden.

WAZ-Manager Bodo Hombach wusste im Interview mit der APA Neues zu berichten: "Wir saßen gerade zusammen, um zu überlegen, ob wir gemeinsame Ideen im Magazinbereich Südosteuropas haben."

Doch auch das Thema Tageszeitung kam zwischen Hombach und Fellner zur Sprache: "Er hat gestern die Gelegenheit wahrgenommen, mir seine Überlegungen zum Tageszeitungsbereich zu erläutern. Es gibt bei jungen Lesern Probleme für die Zeitungen. Wir hatten da ein allgemeines Gespräch, das war sehr interessant." Dies habe allerdings nichts mit einem "festen Plan" Fellners zu tun, betonte Hombach. "Er ist dabei, den Markt zu analysieren, und das finde ich sehr interessant, denn ich bin das auch."

Auch Wolfgang Fellner selbst betonte am Podium, dass die Printmedien ein Problem mit der Altersstruktur hätten. Jüngere würden das Internet inzwischen stärker nutzen als Tageszeitungen. Der Hauptgrund dafür sei der Umstand, dass den Tageszeitungen in den vergangenen Jahrzehnten der Innovationsschub gefehlt habe.

Konkrete Pläne für eine neue Tageszeitung für junge Leser dementierte Fellner im Gespräch mit der APA jedoch. "Ich habe noch nicht einmal angefangen, darüber nachzudenken." Er werde zunächst als Berater von Gruner + Jahr neue Magazinprojekte in Spanien, Italien und Deutschland betreuen. Erst nächstes Jahr wolle er mit dem Marktforscher Fritz Karmasin die Lage am Medienmarkt sondieren.

"Bei der Analyse fällt das Problem bei den jungen Lesern auf. Das ist eine Binsenweisheit." Dies müsse aber nicht unbedingt zu einem neuen Titel führen. Mit Hombach habe "WoFe", wie er in der Branche genannt wird, lediglich "geplaudert". Sein Ziel sei es jedenfalls, in den nächsten zwei Jahren darüber nachzudenken, ob eine neue Innovation machbar ist. (APA)

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