"Minder-Alkoholisierung" wird unterschätzt

16. Oktober 2003, 15:54
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Unfallshaftung auch unter 0,5 Promille, wenn der Alkoholkonsum die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt hat

Wien - Bewusstseinsbildung im Kampf gegen Alkohol ist auch in Zukunft unbedingt notwendig, erklärte der ÖAMTC in einer Aussendung anlässlich der Präsentation der Verkehrssicherheitskampagne 2003.

Unfallshaftung auch unter 0,5 Promille

Ein "Spritzer" beim Heurigen oder ein "Seidl" zum Gulasch - daraus ergibt sich im Normalfall laut ÖAMTC noch kein Alkoholproblem. Das zweite oder dritte Glas kann aber schon Aufmerksamkeitsverluste und erhöhtes Unfallrisiko mit sich bringen. "Selbst wenn man noch weit vom gesetzlichen Limit von 0,5 Promille liegt, kommt es zu einer Haftung bei einem Verkehrsunfall, wenn sich herausstellt, dass dieser Alkoholkonsum für die Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit verantwortlich war", warnte Hoffer.

Restalkohol und Medikamente

Unterschätzt werde häufig auch der Restalkohol am Morgen nach einem geselligen Abend. Wer mit dem Taxi heimführt, sollte auch am nächsten Tag verantwortungsbewusst sein und das Auto nicht in Betrieb nehmen, sagte Hoffer.

Wer im Laufe des Abends "getankt" hat, kommt leicht über ein Promille. Geht der Zecher nach Mitternacht schlafen und setzt sich am nächsten Tag um 8.00 Uhr ins Auto, hat er im Schnitt noch 0,3 bis 0,5 Promille im Blut, berechnete Hoffer. Der Lenker fährt vielleicht gerade noch legal, eine Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit ist aber nicht ausgeschlossen. Wer den Kater mit Medikamenten bekämpft, setzt die Reaktionsfähigkeit noch weiter herab. (APA)

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