Adcon-Pleite wird AT&S-Halbjahr mit 1,75 Mio. Euro belasten

16. Oktober 2003, 09:26
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Sommerer: Jahresprognose bleibt aber unverändert - Indisches Werk wird ausgebaut

Die Pleite des Klosterneuburger Telemetrieunternehmens Adcon wird das Halbjahresergebnis des an Adcon mit gut 5 Prozent beteiligten steirischen Leiterplattenproduzenten AT&S mit 1,75 Mio. Euro belasten. "Wir schreiben das jetzt einmal zum Halbjahr ab, wenn dann später noch etwas hereinkommt, wird keiner bös' sein", sagte AT&S-Finanzvorstand Harald Sommerer am Donnerstag auf Anfrage der APA. "Das ist für uns aber kein Grund, von unserer Jahres-Guidance abzurücken."

AT&S erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2003/04 (per 31. März) ein zehn- bis 20-prozentiges Umsatzwachstum und ein Ergebnis pro Aktie auf Vorjahresniveau (33 Cent).

AT&S hatte sich anlässlich einer Kapitalerhöhung vor einem Jahr mit 500.000 Aktien zu je 1,5 Euro an Adcon beteiligt und für etwa eine Million Euro eine Wandelanleihe gezeichnet. Hintergrund war eine Technologie-Kooperation der beiden Firmen für das Chip-Design. Rückflüsse kleineren Ausmaßes erwartet sich AT&S aus dem (nicht bekannten) Kaufpreis, den ein Fond von Global Equity Partners (GEP) für die Adcon Telemetry AG an die Konkursmasse gezahlt hat.

Eine Klage gegen das frühere Adcon-Management will Sommerer nicht ausschließen, "im Grunde prüfen wir derzeit aber nur den Sachverhalt". Es sei für AT&S derzeit "nicht nachvollziehbar, wieso das Geschäft von Adcon kurzfristig so eingebrochen ist". Die auf drei Jahre angelegte Technologiekooperation mit Adcon sei "nur ein Jahr gelaufen und hat damit nicht das gebracht, was wir uns erwartet haben. Die ist jetzt weg", sagte Sommerer.

In Indien baut AT&S ein bestehendes Leiterplattenwerk aus, ein auch ins Auge gefasster kompletter Neubau findet vorerst nicht statt. "Der indische Markt ist so erfolgreich, dass ein ein weiterer Expansionsschritt nicht unwahrscheinlich ist", sagte Sommerer der APA. Die derzeit laufende Erweiterungsinvestition kostet nach früheren Angaben 5 Mio. Euro und soll den aus Indien erzielten Umsatz von derzeit 30 auf 39 Mio. Euro steigen lassen.

Der in Frankfurt notierte TecDax-Wert notierte am Donnerstag gegen 13.00 Uhr um 2 Prozent höher bei 9,91 Euro. (APA)

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