Verhütungsalternativen im Kommen

15. Oktober 2003, 15:03
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Vor allem junge Frauen interessieren sich weniger für die Pille und mehr für Alternativen

Wien - Rund 58 Prozent Frauen zwischen 20 und 44 Jahren, die Empfängnis verhütende Mittel nehmen, vertrauen auf die Pille. Doch das könnte sich laut Experten "in einer nicht extrem langen Zeit" ändern. Besonders die jungen Frauen, die vorher keine hormonelle Kontrazeption genommen hatten, interessieren sich für Alternativen wie den so genannten NuvaRing und das Verhütungspflaster, gaben Mediziner bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Beide Mittel geben regelmäßig eine Hormondosis ab.

Dass der NuvaRing, der für drei Wochen in die Scheide appliziert und dann für eine Woche entfernt wird, besonders bei den jungen Frauen beliebt ist, zeigte eine neue heimische Studie. Demnach sind die 40 Prozent der Anwenderinnen unter 25 Jahre. Den Hauptteil (26 Prozent) machen die 20- bis 24-Jährigen aus. Aber auch die bis 19-Jährigen (16,2 Prozent) nehmen den "Plastikring" gerne. Bei der Studie wurden ein Jahr lang 1.099 Frauen mit ihrem neuen Verhütungsmittel begleitet.

Zufriedenheit

Interessant war auch, dass 26 Prozent der Untersuchten bisher keine hormonelle Kontrazeption genommen hatten, bevor sie den NuvaRing verwendeten. Die meisten (53 Prozent) stiegen von der Pille auf den Ring um. Die Patientinnen wurden auch zur Zufriedenheit befragt. 63,8 Prozent gaben an, mit dem NuvaRing immer zufrieden, 23,1 Prozent häufig zufrieden gewesen zu sein.

Der große Vorteil der neuen Verhütungsmittel ist, dass nicht täglich auf eine Einnahme gedacht werden muss. "So genannte Pillenvergesser sind in allen Altersgruppen zu finden. Doch sind gerade die jungen Frauen noch nicht so organisiert wie ältere", sagte die Gynäkologin Dr. Claudia Linemayr-Wagner von der österreichischen Gesellschaft für Familienplanung. "Ich glaube, dass der Pillenanteil bald zurück gehen wird und die neuen Methoden ihren Platz finden werden", sagte Univ.-Prof. Dr. Christian Egarter von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am AKH Wien. (APA)

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