Selbstkontrolle soll Verkehr sicherer machen

16. Oktober 2003, 15:54
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Promillegrenze 0,5 hat nicht den erwarteten Erfolg gebracht - neue Sicherheitskampagne setzt auf Disziplin - mit Umfrage

Wien - Im Zeichen der "Alkohol- Selbstkontrolle" steht die Verkehrssicherheitskampagne 2003, die am Donnerstag, in Wien vorgestellt wurde. TV- und Rundfunkspots sowie Plakate sollen helfen, die steigende Zahl der Alkoholunfälle zu reduzieren. "Selbst zu kontrollieren, bevor es andere tun", nannte Innenminister Ernst Strasser (V) den richtigen Weg.

Alkohol- Unfälle

Bei 1.272 Alkohol-Unfällen wurden heuer im ersten Halbjahr 1.843 Personen verletzt und 30 getötet. Das ist ein Anstieg zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund fünf Prozent bei den Unfällen und um vier Prozent bei den Verletzten.

Aufklärung für junge Menschen

"Besonders junge Menschen müssen, wie die Statistiken belegen, informiert und aufgeklärt werden. Sie unterschätzen oft das Risiko, das Alkohol beim Autofahren mit sich bringt", sagte ORF-Generaldirektorin Monika Lindner. 70 Prozent der Alko-Unfälle passieren zwischen 18.00 und 6.00 Uhr. Zwischen Mitternacht und 4.00 Uhr sind fast 30 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr auf Alkohol zurückzuführen.

Promillegrenze habe nicht den erwarteten Erfolg gebracht

Die Senkung der Promillegrenze auf 0,5 habe nicht den erwarteten Erfolg gebracht, erklärte Strasser und rief zu mehr Selbstdisziplin auf. "Kontrolle ist nicht gleich Strafen - und Strafen ist erst die letzte Konsequenz. Verantwortungslose Verkehrsteilnehmer bezahlen mit Glück eine Strafe, im schlimmsten Fall mit ihrem Leben und sie gefährden Unschuldige", so der Innenminister.

Alkoholisiertes Autofahren ist kein Kavalierdelikt

Thann kritisierte, dass viele Autofahrer Fahrten im volltrunkenen Zustand als Kavaliersdelikt ansehen. Bereits bei 0,5 Promille im Blut sei die Unfallgefahr mindestens doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand, bei 1,2 Promille ist die Wahrscheinlichkeit eines kapitalen Crashs sogar zwölf Mal höher.

Immer mehr Frauen in der Statistik

Den Negativrekord beim Anteil an Alkoholunfällen halten das Burgenland mit 9,2 Prozent und Tirol mit 7,9 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil der 20- bis 25-Jährigen. Im Steigen ist aber auch der Anteil der beschwipsten Frauen im Straßenverkehr: Heuer wurde erstmals fast die Zehn-Prozent-Grenze erreicht. (APA)

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    Neue Kampagne zielt auf freiwilligen Alkoholverzicht

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