Telefonzelle in Wien-Floridsdorf aus Langeweile gesprengt

15. Oktober 2003, 15:53
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Vier Jugenliche als mutmaßliche Täter festgenommen - Sprengsatz war selbstgemacht - mit Ansichtssache

Wien - Nach der Sprengung einer Telefonzelle in der Nacht auf Freitag in Wien-Floridsdorf sind nun vier mutmaßliche Täter ausgeforscht worden: drei 16-Jährige und ein 23-Jähriger, die in der unmittelbaren Umgebung des Tatorts in der Großfeldsiedlung zu Hause sind.

Motiv: Langeweile

Als Motiv gaben sie bei den Einvernahmen im Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) sinngemäß Langeweile an. Die Jugendlichen wurden auf freiem Fuß angezeigt, der 23-Jährige ist in Haft. Das teilte die Polizei mit.

Bombe selbst gebastelt

Die Ermittler des LVT kamen durch Hinweise aus der Bevölkerung auf die Spur der mutmaßlichen Täter. Die bisher unbescholtenen Jugendlichen wurden nach Angaben von Mag. Andreas Krajcsy vom LVT Dienstag Abend ausgeforscht und gaben zu, die Bombe zu viert aus Schwarzpulver und diversen Behältern gebastelt zu haben.

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Der mutmaßliche Haupttäter stellte sich am Mittwoch in Begleitung seiner Mutter der Polizei, nachdem die Beamten in der Früh vergeblich zu seiner Wohnung gekommen waren. Ihm war klar, dass die Fahnder ihm bereits auf den Fersen waren. Der junge Mann ist zweifach vorbestraft: nach dem Militärstrafgesetz und wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt. Jetzt wurden alle vier wegen Verdachts der fahrlässigen Gefährdung durch Sprengmittel und schwerer Sachbeschädigung angezeigt. (APA)

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