80 Tote und Verletzte bei Kämpfen in Nordafghanistan

11. Oktober 2003, 22:55
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Warlords Dostum und Atta Mohammed vereinbaren Waffenstillstand - Kabul schickt 300 Polizisten

Mazar-i-Sharif - Nach zwei Tagen heftiger Gefechte in Nordafghanistan haben der Usbeken-General Abdul Rashid Dostum und der tadschikische Kriegsherr Atta Mohammed einen sofortigen Waffenstillstand vereinbart. Die unter Vermittlung von Innenminister Ali Ahmad Jalali und Großbritanniens Botschafter Ron Nash vereinbarte Waffenruhe trete mit sofortiger Wirkung für den ganzen Norden des Landes in Kraft, sagte Mohammed am Donnerstag. Bei den Kämpfen der verfeindeten Kriegsherren waren fast 80 Menschen getötet oder verletzt worden.

Jalali kündigte an, in den kommenden drei Tagen etwa 300 Polizisten von Kabul nach Mazar-i-Sharif zu schicken, um für Sicherheit in der Stadt zu sorgen. Die Milizen forderte er auf, sich binnen eines Tages aus dem Kampfgebiet westlich von Mazar-i-Sharif zurückzuziehen und rund 50 Kilometer Abstand zueinander zu wahren. Die Konfliktparteien stimmten demnach auch der Einsetzung einer Kommission zu, die den Rückzug überwachen und die Ursachen des Streits untersuchen soll. Der Kommission sollten neben Angehörigen der Milizen auch Vertreter der Vereinten Nationen und britische Soldaten des örtlichen Wiederaufbauteams in Mazar-i-Sharif angehören.

Die Kämpfe zwischen den verfeindeten Milizen hatten begonnen, nachdem zwei von Dostums Kommandeuren angeblich am Wochenende von Atta Mohammeds Truppen entführt worden waren. Die Einheiten der beiden Kriegsherren sind formell der Regierung unterstellt. Atta Mohammed ist Chef des 7. Armeekorps, ein Gefolgsmann von Dostum hat den Oberbefehl über das 8. Armeekorps. (APA)

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    Die beiden rivalisierenden Milizführer im März 2003: General Abdul Rashid Dostum (links) und Atta Mohammed.

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