Kolumbien: Guerillakommandant aus Haft entlassen

12. Oktober 2003, 14:58
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ELN will entführte Touristen gegen Gefangene eintauschen

Bogota - Einer der beiden seit Jahren inhaftierten Anführer der kolumbianischen ELN-Rebellen, Felipe Torres, ist am späten Mittwochabend aus dem Gefängnis entlassen worden. Die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes hält seit dem 12. September sieben Ausländer, darunter eine Deutsche, in ihrer Gewalt. Die Haftentlassung könnte die Freilassung der Geiseln erleichtern. Torres habe drei Fünftel seiner 20-jährigen Haftstrafe abgesessen, und wegen guter Führung stehe ihm deshalb nach den kolumbianischen Gesetzen die Freilassung zu, begründete ein Justizsprecher die Entscheidung. Es handle sich nicht um einen Gnadenakt oder eine politische Geste.

Präsidenten-Angebot abgelehnt

Die Ankündigung kam zu einem Augenblick, in dem Torres und der zweite Sprecher des "Nationalen Befreiungsheeres" (ELN), Francisco Galan, ein Angebot von Präsident Alvaro Uribe abgelehnt hatten, ihre Freiheit als "Botschafter des Friedens" wieder zu erlangen. Dafür sollten sie dem bewaffneten Kampf abschwören. Die Annahme dieses Angebots käme einem Verrat an ihren politischen Überzeugungen gleich, begründeten die beiden ihre Entscheidung. Galan hat noch keinen Anspruch auf Haftentlassung, weil er fast zeitgleich mit Torres zu 29 Jahren Haft verurteilt worden war.

Das ELN machte die Freilassung der Ausländer von einem Ende der Unterdrückung der Zivilbevölkerung durch das Militär und rechte Paramilitärs abhängig. Zugleich äußerten sie jedoch die Bereitschaft, die Touristen gegen einsitzende Rebellen auszutauschen. (APA/dpa)

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    Torres lehnte ein Angebot von Präsident Alvaro Uribe ab, seine Freiheit als "Botschafter des Friedens" wieder zu erlangen. Dafür hätte er dem bewaffneten Kampf abschwören müssen

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