Die Digicam als Weihnachtsschlager

13. Oktober 2003, 00:15
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Heuer sollen 360.000 Digitalkameras verkauft werden, fast doppelt so viele wie im Vorjahr

Wien - Das Geschäft mit Digitalkameras dürfte zur heurigen Weihnachtszeit zur Höchstform auflaufen: Gingen in der Zeit von Februar bis Juli bereits 176.000 Stück über den Ladentisch, werden vom Marktforscher Fessel + Gfk im Gesamtjahr rund 360.000 verkaufte Stück erwartet.

Dabei handelt es sich nach Beobachtung von Robert Hartlauer von der gleichnamigen Elektrokette um ein Zusatzgeschäft, das die analoge Fotografie schön langsam in eine Nische drängt: Rechnerisch besitze jeder Österreicher zwei analoge Kameras; da sei es nur logisch, dass die nachgekauften digital sind und dass die erste Digicam im Niedrigpreissegment angesiedelt ist.

Ähnlich Peter Baldauf, Österreich-Geschäftsführer von Canon: Während der Durchschnittspreis für eine Kamera von 650 Euro im Vorjahr auf 475 Euro heuer gesunken ist, sieht er die Nachfrage vor allem im Lifestyle-Bereich sowie im höherpreisigen Bereich der Amateur-Spiegelreflexkamera.

Pixels verlieren an Bedeutung

Dabei, sind sich Händler und Hersteller einig, gehe es künftig nicht mehr ausschließlich um die Pixelanzahl; obwohl der Kunde derzeit darauf das größte Augenmerk legt. Mit vier bis fünf Megapixeln sei ein Art Standard erreicht, mit dem sich bereits qualitativ hervorragende Papierbilder herstellen ließen und auch Posters in größeren Formaten hergestellt werden können. Der nächste zu erwartende Sprung auf sechs bis sieben Millionen Bildpunkten würde den Konsumenten deshalb nicht viel mehr bringen. Es solle dann mehr auf Kriterien wie Reaktionsschnelligkeit beim Auslösen, Akkulaufzeit, Speicherkarten-Kapazität, Objektivqualität oder Qualität des TFT-Displays geachtet werden, meinte Baldauf.

Trotz Digitalfotografie würde der Fotoausarbeitungsbereich in seiner Kette nicht leiden, erklärte Hartlauer: "Der durchschnittliche Auftrag umfasst derzeit 40 Bilder, früher waren es 24 Bilder."

Allerdings werde es künftig notwendig, den Kunden bei der Bildausarbeitung mehr Hilfestellung zu geben. So sei er derzeit mit einigen Internet-portalbetreibern im Gespräch, um eine schnelle Ausarbeitung von diversen Online- fotoalben anzubieten. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.10.2003, ruz)

  • Die Händler freuen sich auf fette Absatzzahlen bei den Digi-Cams im Weihnachtsgeschäft
    foto: cremer

    Die Händler freuen sich auf fette Absatzzahlen bei den Digi-Cams im Weihnachtsgeschäft

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