Wenn sich Umstände düster verketten

9. Oktober 2003, 20:12
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Wiener Straßenlicht-Ausfall ist ein bisserl rätselhaft - Nicht der Strom, nur das Licht fiel aus

Wien - Nicht der Strom, nur das Licht fiel aus. Das, betont man beim "Wienenergie", mache einen - den - großen Unterschied zwischen den Blackouts in den USA, Dänemark und Italien und der Dunkelheit auf den Wiener Straßen am Dienstagabend aus.

Der Strom zum Betrieb der öffentlichen Straßenbeleuchtung sei ja geflossen - bloß jener Rechner, der das Licht einschaltet, habe nicht getan, wie er soll. Und auch das Backup habe versagt. Eine "Verkettung unglücklicher Umstände", bedauert ein Sprecher. Die Suche nach der Ursache und Ablauf der Fehlerverkettung dauere noch an.

Ampeln und Notbeleuchtungen in Tunnels funktionierten

Wie in der Mittwochausgabe des STANDARD berichtet(Fahrt auf dunkler Tangente Straßen in und um Wien waren Dienstagabend eine Stunde finster) , fiel in Wien gegen 19 Uhr die Straßenbeleuchtung aus. Ampeln und Notbeleuchtungen in Tunnels funktionierten. "Wir müssen", so der Wienstrom-Sprecher, "den Autofahrern ein Lob aussprechen. Sie haben sich der Situation angepasst." Von Dunkelheits-Unfällen ist nichts bekannt.

Dass das Licht ausfiel, verblüfft die Techniker: Wenn der die Helligkeit über der Stadt messende Computer, der den zentralen "Licht an" Befehl vergibt, aussetzt, ist das System so programmiert, dass sich die Lampen 20 Minuten nach der Einschaltzeit des Vortages aktivieren. Um 18.57 war das der Fall - wenige Minuten später kam der bis jetzt Kopfzerbrechen bereitende Befehl "Licht aus". Um 20 Uhr war Licht dann aber praktisch überall wieder an.

Manipulation

Der Fehler, ist man bei Wienstrom "zu fast 100 Prozent sicher", dürfte "hier bei uns zu suchen sein." Dass jemand von außen das System manipuliert haben könnte, schließt man "mit allerallerallergrößter Wahrscheinlichkeit" aus.

Den Einzug weiterer und zusätzlicher Sicherungssysteme hält man für wenig sinnvoll: Die Kosten wären exorbitant - und trotzdem könnten sich die Umstände irgendwann doch wieder blöd verketten. (rott, DER STANDARD Printausgabe 9.10.2003)

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