Filmindustrie hofft auf Schwarzenegger

15. Oktober 2003, 11:29
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Hollywood als ökonomischer Krisenherd

In Hollywood ist er sozusagen groß geworden – nunmehr gehört auch der legendäre Stammsitz der US-Filmindustrie zum politischen Einzugsgebiet von Arnold Schwarzenegger. Und auch dort kämpft man – wie im gesamten Bundesstaat – mit finanziellen Problemen: Nach der Abwendung des drohenden Drehbuchautoren- und Schauspielerstreiks 2001 und dem darauf folgenden Rekordjahr 2002 sieht man den Abschlussbilanzen fürs laufende Jahr in Los Angeles eher pessimistisch entgegen.

Rund 120.000 Beschäftigte sind derzeit noch für die Studios tätig – dazu kommen zahllose mittelbar von der Filmwirtschaft abhängige Unternehmen. Sie alle sind mit davon betroffen, wenn man in Hollywood aktuell Einnahmenrückgänge und sinkende Zuschauerzahlen verzeichnet. Bei gleichzeitig stetig steigenden Produktionsbudgets, für die auch die Gagen von Superstars wie Schwarzenegger verantwortlich gemacht werden.

Der Terminator 3 etwa – sein vorerst wohl letzter Film – schlug mit rund 175 Millionen Dollar Produktionskosten zu Buche. In den USA rangiert er aktuell mit eingespielten 150 Millionen auf Platz 6 der Jahresbesten (weit abgeschlagen vom Überraschungshit Finding Nemo, der die Charts mit 336 Millionen anführt).

Schwarzeneggers Gage für T 3 wurde mit immerhin 30 Millionen Dollar kolportiert – und Summen wie diese sind zweifellos ein Resultat der Entwicklung des Hollywood- Filmgeschäfts in den letzten zwei Jahrzehnten, das seine Stars zu Markenzeichen und Werbeträgern für ganze Genres und Filmserien macht.

Arnies Schauspielerkollegen sehen seiner Amtszeit jedenfalls mit gemischten Gefühlen entgegen: Clint Eastwood, selbst einst politisch aktiv (als Bürgermeister von Carmel), meinte anlässlich eines Interviews zu seinem neuen Film Mystic River gegenüber dem STANDARD, die Wahl sei eine "interessante Angelegenheit". Es könne allerdings sein, dass bei der ersten unpopulären Entscheidung ein "Albtraum für Schwarzenegger Wirklichkeit" würde. Und, recht unverblümt, meinte Tim Robbins: "Beim nächsten Recall bekommen wir dann Jean-Claude van Damme." (DER STANDARD, Printausgabe, 9.10.2003)

Von Isabella Reicher
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