Konservative attackieren Blair wegen Irak-Krieg

9. Oktober 2003, 18:51
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"Es war nicht notwendig, zu lügen"

Blackpool - Die britischen Konservativen haben Premierminister Tony Blair der Lüge bei der Rechtfertigung des Irak-Kriegs bezichtigt. Die Militäraktion selbst sei richtig gewesen, erklärte der außenpolitische Sprecher der Oppositionspartei, Michael Ancram, am Mittwoch auf dem Tory-Parteitag in Blackpool. "Alle Argumente sprachen dafür, es war nicht notwendig zu lügen", sagte er mit Bezug auf die Geheimdienstinformationen, die Blair verfälscht haben soll.

Auch der verteidigungspolitische Sprecher Bernard Jenkin attackierte die Labour-Regierung. Die Beweise, dass der inzwischen gestürzte irakische Staatschef Saddam Hussein UNO-Resolutionen verletzt habe, seien eindeutig gewesen. "Warum ist der Premierminister dann nicht einfach bei der Wahrheit geblieben?" fragte er.

Beobachtern zufolge fällt es den Tories schwer, den Irak-Kurs der Regierung anzugreifen, weil sie den Krieg unterstützt hatten. Seit der Affäre um den Selbstmord des Waffenexperten David Kelly hat Parteichef Iain Duncan Smith jedoch wiederholt den Rücktritt von Blair gefordert. Der außenpolitische Sprecher der zweiten Oppositionspartei, der Liberaldemokrat Menzies Campbell, warf den Tories Heuchelei vor. Ihre Kritik an Labour wäre glaubwürdiger, wenn sie schon vor dem Krieg Skepsis gezeigt hätten, sagte er. (APA/AP)

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