TV-Markt zwischen "Notwehr" und "Salamitaktik"

23. Oktober 2003, 20:39
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Georg Kofler, Chef des deutschen Pay-TV-Senders Premiere: ORF-Satelliten-Pläne werden teuer

Widerspruchgeist bei den Diskussionsteilnehmern weckte am Mittwoch SPÖ-Mediensprecher Josef Cap mit einem launigen Statement auf den Medientagen. Der ORF müsse im Wettbewerb um die TV-Rechte mithalten, "das wird ja alles teurer und teurer". Stimmt nicht, konterten die Privatfernseh-Vertreter am Podium.

Cap weiter: Der ORF solle sich "jetzt auf den deutschen Markt konzentrieren". Es sei wünschenswert, dass sich der ORF via Satellit stärker in Europa engagiere, "das wäre ein Hoffnungsgebiet, da könnte man in neuen Märkten präsent sein".

"Salamitaktik

Das rief Georg Kofler, Chef des deutschen Pay-TV-Senders Premiere, auf den Plan. Er kritisierte die "Salamitaktik" der deutschen Öffentlich-Rechtlichen, "immer neue Sender zu kreieren und dafür Gebühren zu verlangen" und wollte auch "die österreichische Politik davor warnen". Zum Export von ORF - am Küniglberg arbeitet man ja mit Hochdruck am Projekt, ORF 2 mittels Satellit in Europa auszustrahlen, - "kann ich nur vorhersagen: Da werden sie eine Gebührenerhöhung nicht um acht Prozent, sondern um 800 Prozent ins Auge fassen müssen".

"Mutige Initiative"

Den Start von ATVplus bezeichnete Kofler, als eine "wirklich mutige unternehmerische Initiative. Das hätte ich mich nicht getraut. Insofern: Glückauf, Respekt und viel Erfolg." Kofler wollte diese guten Wünsche nicht zynisch verstanden wissen: "Ich höre da ein Lachen im Saal, aber ich meine das wirklich ernst." Ein Tipp des früheren hochrangigen Kirch-Managers noch an ATVplus-Chef Franz Prenner: "Sie wissen, dass alles, was sie in Notwehr erfinden, vom ORF kopiert wird. Aber lassen Sie sich nicht beirren." (APA)

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