Im Zweiten Weltkrieg verlorenes Relikt wiedergefunden

15. Oktober 2003, 12:11
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Bronzener Löwenkopf-Türzieher des Würzburger Doms ist an die 1.000 Jahre alt

Würzburg - Ein etwa 1.000 Jahre altes wertvolles Relikt des im Krieg zerstörten Würzburger Doms hat nach einer Odyssee wieder den Weg in die Bischofsstadt gefunden. Der bronzene Löwenkopf-Türzieher war bis zu den Luftangriffen des 16. März 1945 an einer Sakristeitür des Doms angebracht gewesen. Seit den Zerstörungen galt der "Türlöwe" als vermisst.

Nach langwierigen Ermittlungen spürten Polizei und Justiz nach Angaben vom Mittwoch den Kunstschatz in der Schweiz auf. Der romanische Löwenkopf, in dessen Maul ein Türring hängt, ist nach 58 Jahren nun wieder im Besitz der Diözese Würzburg.

Dunkle Machenschaften

Bereits um Ende 1998 war der wertvolle Türzieher dem bischöflichen Ordinariat von einer Frau aus der Schweiz zum Kauf angeboten worden - zunächst für den Preis von umgerechnet etwa 3,6 Millionen Euro. Die Kirche erstattete daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Würzburg Anzeige wegen Hehlerei. In Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden nahm die Polizei bald darauf die mutmaßliche Hehlerin mitsamt ihrer Anwältin bei einem Besichtigungstermin im Tresorraum einer Luzerner Bank fest.

Mit einer zivilrechtlichen Einigung zwischen Kirche und der mutmaßlichen Hehlerin fand der der "Türlöwen"-Streit nach Angaben der Staatsanwalt nun doch noch ein gutes Ende. Die Diözese erklärte sich bereit, den Türzieher für 110.000 Euro zu kaufen. Das Verfahren gegen die mutmaßliche Hehlerin und ihre Anwältin wurde eingestellt. (APA/dpa)

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