EU-Kommissionschef Prodi gegen Werbeverbote

23. Oktober 2003, 20:39
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Er sieht keine Notwendigkeit - "Ich persönlich verlasse mich auf Selbstregulierung"

Gegen weitere Werbeverbote der Union ist EU-Kommissionspräsident Romano Prodi. "Ich persönlich verlasse mich auf Selbstregulierung", erklärte Prodi in einer Videobotschaft an die Österreichischen Medientage.

"Ich sehe keinen Sektor, der nach neuen Restriktionen verlangt." Das finden offenbar nicht alle Mitglieder der EU-Kommission: Zuletzt sorgten Entwürfe für Aufregung, die Werbesprüche streng regeln sollten. Schließlich ist schwer nachzuweisen, dass Red Bull Flügel verleiht oder Haribo grundsätzlich Kinder froh macht.

Transparenz

Auch die Finanzierung öffentlich-rechtlicher Sender will Prodi nicht antasten: Die Modelle seien Sache der Mitgliedstaaten. Aber: Die Anstalten seien zu Transparenz angehalten, ob Gebührengeld auch nur für öffentlich-rechtliche Aufgaben eingesetzt wird.

"Große Aufmerksamkeit" erfordere politische Betätigung von Medienmächtigen. Anlass dafür ist Prodi freilich nicht Silvio Berlusconi in seiner Heimat Italien - auch da hält sich seine Begeisterung in engen Grenzen. Diesmal aber meint Prodi Arnold Schwarzeneggers Wahlerfolg in Kalifornien. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 9.10.2003)

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