Demel nimmt zwei Magna-Manager mit

15. Oktober 2003, 19:02
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Der neue Fiat-Auto-Chef will mit seinen engsten Mitarbeitern nach Turin wechseln - Konzernboss Morchio ist von Demels Erfolg überzeugt

Rom - Herbert Demel, der am 15. November den Posten des Geschäftsführers der Fiat-Autosparte übernehmen wird, will nicht allein nach Turin ziehen. Der bisherige Chef von Magna Steyr will mit zwei seiner engsten Mitarbeiter zu Fiat wechseln, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Il Giornale", die sich auf Industriekreise bezog.

Demel wolle zwei Magna Steyr-Manager mit sich nehmen, die im Konzern für die Produktion und die Planung zuständig sind, berichtete die Tageszeitung, die keine Namen nannte. Der Österreicher habe von Fiat freie Hand in der Wahl seiner Mitarbeiter bekommen. Daher könnte es noch zu mehreren Änderungen in der Managementstruktur der Fiat-Autosparte kommen, spekulierte "Il Giornale".

General Motors hält sich raus

Der amerikanische Fiat-Partner, General Motors (GM), der seit dem Jahr 2000 einen 20-prozentigen Anteil an der Turiner Gruppe hält, versicherte unterdessen, dass er keineswegs die Ernennung Demels beeinflusst habe. "Wir arbeiten mit Fiat im Rahmen einer Reihe von Joint Ventures zusammen. Auf Grund unseres Abkommens mit Fiat können wir uns nicht erlauben, die Beschlüsse der Gruppe zu kommentieren. Wir respektieren die Wahl Demels, dem wir das Beste wünschen", sagte GM-Sprecherin Toni Simonetti.

Während Fiat darauf wartet, dass Demel in einem Monat seine Arbeit aufnimmt, fiebert der Turiner Konzern dem offiziellen Debüt des neuen Mittelklassemodells "Idea" entgegen. Das neue Auto der Fiat-Familie wird der internationalen Presse am kommenden Dienstag in Florenz vorgestellt. Idea ist mit dem neuen Panda und dem neuen Lancia Ypsilon das Modell, auf das Fiat setzt, um sich aus der tiefsten Krise seiner Geschichte zu erholen.

Morchio: "Mit Demel die Krise überwinden"

Der Geschäftsführer der Fiat-Gruppe, Giuseppe Morchio, ist überzeugt, mit Demel die Krise zu überwinden: "Wir haben die Weichen für die Sanierung und den Neubeginn gestellt", betonte Morchio im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" .

Auf die Frage, warum er Demel zum Chef der Fiat-Autosparte gewählt habe, antwortete der seit Februar 2002 als CEO des Konzerns amtierende Morchio: "Er hat bei Bosch begonnen, war der Hauptakteur des Audi-Neubeginns und hat vier Jahre lang Volkswagen in Brasilien geführt, in einem Markt, der für uns sehr wichtig ist. Demel hat aber auch Erfahrung im komplizierten Komponentenbereich von Magna International. In einem Wort: Er ist ein kompletter Experte der Branche".

Schöne zuverlässige Autos

Demel habe nun die schwierige Aufgabe, für einen Neubeginn in der Autosparte zu sorgen. "Wir haben ihm Ressourcen zur Verfügung gestellt, er findet die ersten Modelle bereits fertig und kann mit der Erfahrung der Fiat-Mitarbeiter rechnen. Er wird aus all dem das Beste machen müssen und schöne, zuverlässige Autos auf den Markt bringen." Außerdem sei es notwendig, über den Ablauf des Sanierungsplans im Jahr 2006 hinaus vorauszuschauen.

Dass Fiat erstmals in seiner 100-jährigen Geschichte einem Nicht-Italiener sein Kerngeschäft, das Ruder der Autosparte, anvertraut habe, dürfe niemanden wundern. "Die Autobranche hat sich geändert, sie ist global, daher muss auch das Management global sein. Es ist nur positiv, dass Manager von derart hoher Qualität nach Turin kommen. Das beweist, dass sie an unser Projekt glauben", erklärte Morchio. Noch vor sechs Monaten wäre dies seiner Ansicht nach nicht möglich gewesen. (APA)

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    Herbert Demel soll der angeschlagenen Auto-Sparte von Fiat wieder auf die Beine helfen

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