Lauda Air: "Bereitschaft zum Streik wächst"

10. Oktober 2003, 14:55
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Betriebsrat sieht zunehmende Akzeptanz

Wien - Nach Austrian Arrows (früher Tyrolean) läuft nun auch bei der Lauda Air eine siebenseitige Mitarbeiterbefragung wie es nach den geplatzten Verhandlungen zwischen AUA und ihren Piloten weitergehen soll. Lauda-Air-Betriebsrat Thomas Fischelmaier sagte, dass die Streikbereitschaft bei den Lauda-Air-Mitarbeitern wächst. Bisher bekamen die Betriebsräte dafür weder bei den Mitarbeitern der Lauda Air noch bei Austrian Arrows Unterstützung.

Aus Sicht der Betriebsräte lehnte das Unternehmen einen Konzern-Kollektivvertrag vor allem deshalb ab, weil dann die Belegschaft unter einander nicht mehr ausgespielt werden können. Die Überlegung der Betriebsräte ist: Wenn es gelingt, die Kosten der AUA-Piloten (sie verdienen um rund 30 bis 40 Prozent mehr als die Kollegen der Lauda Air) auf Lauda-Niveau zu drücken, dann geht der Vorstand zur Lauda Air und sagt, wir brauchen euch nicht mehr, weil die AUA nun genauso billig ist, es sei denn, ihr reduziert auf das Niveau von Austrian Arrows, so die Befürchtung. Diese Spirale lasse sich beliebig fortsetzen, heißt es. Es sei der bisher größte Kampf in der Unternehmensgeschichte mit der Frage, ob es gelingt das Bollwerk der AUA-Piloten zu brechen.

Die bisherigen Warnstreiks am 14. und 22. August haben der AUA 545.607 Euro gekostet. Darin enthalten sind Umbuchungskosten, Mieten für ausländische Flugzeuge und Crews sowie Überstunden- und Mehrarbeitskosten. Der Imageschaden sei darin noch nicht berücksichtigt.

Die Unternehmensleitung habe bisher bereits Kostensenkungen von über 250 Mio. Euro realisiert. Und aus der ÖIAG ist zu hören, dass der AUA-Flugbetrieb mit unter um zehn Mio. Euro mehr, also in Summe 40 Mio. Euro, einsparen wird müssen. Die Vorschläge der Belegschaftsvertreter haben sich laut AUA-Führung unter dem Strich nur auf vier bis fünf Mio. Euro belaufen. (Claudia Ruff/DER STANDARD, Printausgabe, 9.10.2003)

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