Kolumbien: Sechs Tote bei Autobombenanschlag in Bogota

9. Oktober 2003, 15:12
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Zwölf Verletzte in belebtem Geschäftsviertel - Ferngesteuerte Bombe ging bei Überprüfung hoch

Bogota - Bei der Explosion einer Autobombe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota sind am Mittwoch sechs Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Das Fahrzeug sei im Geschäftsviertel San Andresito der Millionenstadt abgestellt gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. Als zwei Polizisten den als verdächtig gemeldeten Wagen untersucht hätten, sei die Bombe vermutlich per Fernsteuerung gezündet worden. Die Beamten sowie vier Passanten und Straßenhändler starben.

"Tag des Rebellen"

Die Polizei in Bogota wurde in Alarmbereitschaft versetzt, weil Mittwoch der inoffizielle "Tag des Rebellen" sei und deshalb weitere Anschläge befürchtet würden, sagte der Sprecher. Zahlreiche Geschäfte wurden durch die Druckwelle beschädigt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde das Bombenauto von drei Personen abgestellt.

Über den Hintergrund der Tat war zunächst nichts bekannt. Zu der Tat bekannte sich wie in Kolumbien üblich niemand. Der Polizei zufolge erpressten rechte paramilitärische Gruppen Verkäufer in dem Viertel. In der Vergangenheit wurde die linksgerichtete Rebellengruppe FARC für mehrere tödliche Bombenanschläge verantwortlich gemacht. Bei einem Anschlag der FARC im Februar kamen 36 Menschen ums Leben, 160 weitere wurden verletzt. (APA/dpa/AP)

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    Polizisten untersuchen die Überreste der Autobombe

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