Ausbildung zu Frauen- und Geschlechterrecht

8. Oktober 2003, 14:31
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Uni Graz startet Master-Studium-Projekt für JuristInnen aus Marokko, Österreich und Italien

Graz - Ein Ausbildungsprojekt, das JuristInnen aus Österreich, Marokko und Italien in Fragen der Geschlechterthematik auf rechtlicher, wirtschaftlicher und sozialer Ebene sensibilisieren soll, wird an der Universität Graz vorbereitet. Gemeinsam mit den Universitäten Foggia (Italien) und der Universite Cadi Ayyad in Marrakesch (Marokko) startet im Herbst 2004 ein zweijähriges Masterstudium zum Frauen- und Geschlechterrecht mit dem Titel "Femmes, civilisations et systemes juridiques".

Zielpublikum

Die stärkere Respektierung von Frauen- und Menschenrechten in den Projektländern steht im Zentrum des Projektes, das von der EU im Rahmen des TEMPUS-Programmes gefördert wird, so die Grazer Juristin und österreichische Projektkoordinatorin Evelyn Höbenreich. Zielpublikum sind diplomierte JuristInnen sowie Sozial- und WirtschaftswissenschafterInnen der drei Teilnehmerländer. Die Zusammenschau unterschiedlicher Rechtsgeschichten und -philosophien und die Analyse von Fallbeispielen sollen die komplexen Zusammenhänge in Bezug auf geschlechtsspezifisch diskriminierende Realitäten sichtbar machen und die TeilnehmerInnen ermutigen, neue Strategien zu entwickeln. Langfristig soll aus dieser ersten Initiative dreier Universitäten ein afro-europäisches Zentrum für Menschenrechte mit Sitz in Marrakesch entstehen.

EU trägt Kosten

Aus Marokko können 25, aus Foggia und aus Graz jeweils fünf Personen teilnehmen, so Doris Vones-Faschallegg, Sprecherin der Juridischen Fakultät der Grazer Universität. Die Kosten für die Organisation und Absolvierung dieses Masters trage die EU, das Studium schließt mit dem Titel "Master" ab, den die drei Universitäten gemeinsam verleihen. Unterrichtssprache ist Französisch. An den Universitäten werden im Vorfeld des Programms entsprechende Sprachkurse organisiert.

Die TeilnehmerInnen des postgradualen Studiums werden auf beiden Kontinenten unterrichtet. Dabei müssen auch Praktika absolviert werden: Kooperationspartner in Österreich sind u.a. das Europäische Trainingszentrum für Menschenrechte und Demokratie in Graz, Frauengesundheitszentren und Frauenhäuser, Flüchtlingsberatungsstellen, die Caritas, und die Frauenreferate in Stadt, Land und im Bundministerium für Gesundheit und Frauen. In Marrakesch und Foggia übernehmen u.a. das Comite de Defense des Droits Humains, der Ordre des Avocats oder die Associazione "La Merlettaia", die Censis Service Spa Rom, die Regione Puglia Brüssel, die Universita degli Studi Turin analoge Rollen.

Im April 2004 wird das Master-Studium gleichzeitig in Italien, Österreich und Marokko ausgeschrieben. Bei einem Treffen aller Beteiligten aus dem Konsortium Anfang 2004 in Graz werden die Details erarbeitet. (APA)

Informationen über Evelyn Höbenreich, Institut für Römisches Recht, Antike Rechtsgeschichte und Neuere Privatrechtsgeschichte, Tel. 0316 / 380 3277 oder im Internet unter www.etf.eu.int
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