Quer durch den neuen Naturpark

    4. Oktober 2003, 10:58
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    Wandertipp: Wandern ohne Grenzen: In Ungarn locken interessante Routen

    Der vor einigen Jahren gegründete Naturpark Geschriebenstein-Irottkö ist ein Projekt für die nahe Zukunft, denn derzeit gibt es nur einen einzigen Grenzübergang bei Rechnitz. Auf dem Geschriebenstein, dem höchsten Punkt des Naturparks, darf man theoretisch nur ein paar Schritte auf ungarisches Staatsgebiet, um den Aussichtsturm zu besuchen.

    In ein paar Monaten, wenn Ungarn in der EU ist, steht dann einer Runde durch das Territorium beider Länder nichts mehr im Wege, dann wird man in diesem Gebiet ein über hundert Kilometer langes Netz an sehr interessanten Wanderwegen vorfinden.

    Den Mittelpunkt des Parks bildet der Geschriebenstein, mit 884 m die höchste Erhebung des Burgenlandes und gleichzeitig der höchste Punkt in Ungarn südlich der Donau. Er befindet sich in einem der größten geschlossenen Waldgebiete der Region.

    Von der Aussichtswarte auf dem Geschriebenstein hat man einen einmaligen Rundblick, der bis nach Slowenien (Bacherngebirge) und zu den Kleinen Karpaten in der Slowakei reicht. Natürlich blickt man in die Ungarische Tiefebene, kann Neusiedler- und Plattensee sehen und bewundert Hochschwab, Schneeberg und Koralpe. Eine Panoramatafel hilft bei der Orientierung.

    Da vor einigen Jahren der burgenländische Nord-Süd-Wanderweg neu trassiert wurde und man nun nicht mehr längere Abschnitte auf der Straße absolvieren muss, steht einer Durchquerung des Naturparks auf der österreichischen Seite nichts entgegen. Die Markierungen sind erneuert, die Wegweiser in Ordnung gebracht. Die Distanz zwischen Ausgangs- und Endpunkt überbrückt man am besten mit dem Bus oder Taxibus.

    Der Weg weist keinerlei Schwierigkeiten auf, ist aber relativ lang. Bei Schlechtwetter findet man kaum Unterstandsmöglichkeiten; man kann die Tour aber abbrechen, indem man vom Geschriebenstein zur Busstation beim Gasthaus Waldhof wandert.

    Die Route:
    Vom Ortszentrum Rechnitz wandert man auf der rot-gelben Weitwandermarkierung 07 zum Badesee. Dann steigt man durch das idyllische Faludital zur Hollerwiese und zu einem breiten Rücken an, auf dem man sich rechts hält und die Aussichtswarte erreicht. Gehzeit ab Rechnitz 2½ Stunden. Nun kehrt man ein Stück auf der Anstiegsroute zurück, zweigt dann nach rechts ab, quert nach dem Salzriegel die Bundesstraße und wandert durch den Marchgraben weiter nach Lockenhaus. Ab Geschriebenstein 2½ Stunden. Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhenunterschied knapp 600 m. Auf der Passhöhe befindet sich die Gaststätte Waldhof, die man in halbstündigem Umweg erreichen kann. (Der Standard, Printausgabe, 4./5.10.2003)

    Von Bernd Orfer
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