Schwere Zeiten für deutsche Autobauer

13. Oktober 2003, 14:14
posten

Aber BMW dank Mini weiter im Plus - Mercedes nach neun Monaten mit Absatzeinbruch - Forster dämpft Hoffnung auf baldige Opel-Sanierung - VW kündigt Gewinneinbruch an

Frankfurt - Gewinneinbruch bei Volkswagen und Opel, Absatzeinbruch bei der Mercedes Car Group - aber BMW fährt immer noch auf der Überholspur. Die Flaute in der deutschen Autoindustrie scheint damit insgesamt nach wie vor noch nicht überwunden.

VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch kündigte einen Gewinneinbruch für das dritte Quartal an. Grund seien die Abfindungen für mindestens 2.000 VW-Arbeiter in Brasilien. "Wir werden alle notwendigen Kosten und Rückstellungen in das dritte Quartal nehmen, was eindeutig unseren Gewinn treffen wird", sagte Pötsch dem "Wall Street Journal Europe" (Mittwochausgabe).

Mercedes wiederum hat in den ersten neun Monaten einen Absatzeinbruch hinnehmen müssen. Die Mercedes Car Group lieferte weltweit rund 914.600 Fahrzeuge aus und damit 2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie DaimlerChrysler berichtete. Im September wurden 108.900 Fahrzeuge abgesetzt nach 110.200 im Vorjahr.

Der Bereich Mercedes-Benz verkaufte im September weltweit 96.500 Wagen (Vorjahr: 98.200). In den ersten drei Quartalen habe der Absatz mit 822.400 Pkw um 2 Prozent unter dem Rekordniveau des Vorjahres gelegen. Die E-Klasse und die S-Klasse hingegen erreichten in den ersten neun Monaten neue Bestmarken. Das Sorgenkind ist offenbar die C-Klasse. Sie verbuchte einen Absatzeinbruch in den ersten neun Monaten von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auf dem hart umkämpften US-Markt hat die Marke mit dem Stern in den ersten drei Quartalen aber ein Plus von vier Prozent auf 159.400 Pkw verzeichnet. In Asien seien die Verkäufe um 12 Prozent auf 69.300 Fahrzeuge gesteigert worden. In Deutschland wurde in den ersten neun Monaten mit 264.500 Fahrzeugen 8 Prozent weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum. In Großbritannien, Italien und Spanien konnten hingegen Zuwächse verzeichnet werden.

Unterdessen dämpfte Opel-Chef Carl-Peter Forster die Hoffnung auf eine rasche Sanierung des Autoherstellers. Opel habe erst rund 40 Prozent des Sanierungsprogramms "Olympia" abgearbeitet, wird Forster vom Wirtschaftsmagazin "Focus-Money" zitiert. Der Abbau weiterer Arbeitsplätze sei nicht ausgeschlossen.

"Das ist derzeit nicht beschlossen, hängt aber natürlich sehr von der Konjunktur 2004 ab", erklärte Forster den Angaben zufolge weiter. Viele Mitarbeiter glaubten fälschlicherweise, das Sanierungsprogramm sei abgeschlossen. Doch: "Es kann nicht unser Ziel sein, nur die Gewinnschwelle zu erreichen. Wir wollen richtig Geld verdienen." Nach einem insgesamt sehr positiven ersten Halbjahr musste Opel im dritten Quartal nach Forsters Angaben einen Gewinneinbruch hinnehmen.

BMW steuert dagegen dank des Minis einen Auslieferrekord an. Der Münchner Konzern konnte nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 6,3 Prozent mehr Fahrzeuge der Marken BMW und Mini absetzen. Trotz der schwächeren Vormonate im Vorfeld des Modellwechsels bei der BMW 5er Reihe hat der Konzern mit 815.240 Fahrzeugen den entsprechenden Absatz des Rekordvorjahres in den ersten neun Monaten um 1,2 Prozent übertroffen.

Verkaufschlager ist der neue Mini, von dem BMW über 11 Prozent mehr als im Vorjahresmonat auslieferte. Die Stammmarke BMW konnte im September um 5,3 Prozent zulegen, liegt aber in den ersten neun Monaten mit 678.110 ausgelieferten Limousinen um 3,3 Prozenten unter dem Vorjahreswert. Wachstum verspricht sich BMW jedoch vom neuen 5er, der nun auf fast allen internationalen Märkten verfügbar sei.(APA/AP)

Link

BMW

  • Artikelbild
Share if you care.