Im Schlaf klüger werden

12. Oktober 2003, 12:00
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Über den Tag Vergessenes kann während der Nacht "gerettet" werden

London - Lernen im Schlaf ist tatsächlich möglich: Gelerntes Wissen, das über den Tag in Vergessenheit geraten ist, wird während der Nacht "gerettet" und steht am nächsten Tag wieder zur Verfügung. Das berichten US-Forscher im britischen Fachblatt "Nature". Die Speicherung von Gelerntem ist ein mehrstufiger Prozess, in dem Schlaf eine wichtige Rolle zukommt, ergänzt eine zweite Arbeitsgruppe.

Mit einem Sprachcomputer überprüften die Wissenschafter um Kimberly Fenn von der Universität Chicago (US-Bundesstaat Illinois) die Fähigkeit von Testpersonen, ähnlich klingende Wörter zu erkennen. Die undeutliche Aussprache des Sprachcomputers erschwerte diese Aufgabe, die Probanden mussten zunächst lernen, den Computer zu verstehen. Je länger die Testpersonen trainierten, umso mehr Wörter erkannten sie richtig.

Schlummernde Speicherung

Allerdings, so fanden die Wissenschafter, schien das Gelernte schnell wieder in Vergessenheit zu geraten: nach einer morgendlichen Trainingsphase verbesserte sich zunächst die Worterkennung. Am Abend, nach einer zwölfstündigen Pause, erkannten die Probanden wieder weniger Wörter. Dies passierte nicht, wenn die Testpersonen innerhalb der zwölf Stunden geschlafen hatten. Die Verschlechterung ließ sich auch durch Schlaf wieder rückgängig machen. Die Probanden waren dann wieder genauso gut im Erkennen der Wörter wie direkt nach der Trainingsphase.

Matthew Walker und seine Kollegen von der Harvard Medical School (Boston/US-Bundesstaat Massachusetts) untersuchten, wie Wissen im Gehirn gespeichert wird und wie sich Schlaf auf diese Speicherung auswirkt. Dazu ließen sie Probanden einfache Fingerübungen durchführen. Sie fanden heraus, dass während des Schlafs zuvor Gelerntes im Langzeitgedächtnis gespeichert und verfestigt wird. Wird das Wissen später erneut abgefragt, ist es allerdings wieder "labil", kann also erneut in Vergessenheit geraten. Um dauerhaft erhalten zu bleiben, müsse das Wissen nochmals im Langzeitgedächtnis gespeichert werden, schreiben die Forscher.

Bisher wussten Forscher, dass genügend Schlaf unter anderem wichtig ist für das Erlernen von Daten oder Radfahren. (APA/dpa)

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