Pilz greift Grasser über YLine an

13. Oktober 2003, 10:40
48 Postings

Finanzminister könnte Aktien nicht gemeldet haben - Grüner Sicherheitssprecher kündigt nächsten Misstrauensantrag an

Wien - Der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz kündigte am Mittwoch den nächsten Misstrauensantrag gegen Finanzminister Karl-Heinz Grasser an. Pilz vermutet, dass Grasser den Besitz von Aktien der Internetfirmen YLine und FirstInEx nicht dem Unvereinbarkeitsausschuss des Parlaments gemeldet hat.

In einer parlamentarischen Anfrage will Pilz von Grasser unter anderem wissen, wann er wie viele Aktien der später in eine Pleite geschlitterten YLine AG ge- und verkauft und wie viel Gewinn er damit gemacht hat. Er wolle dem Minister zwar kein Insider-Wissen unterstellen, sagte Pilz. Da es sich bei der Causa YLine aber um den "größten Kriminalfall" im Bereich Internet handle, solle Grasser alles offen legen.

Den Besitz von YLine-Aktien habe Grassers Sprecher Matthias Winkler in Medien selbst bestätigt, betonte Pilz. Nach Amtsantritt im Jahr 2000 habe Grasser im Unvereinbarkeitsausschuss dazu aber eine "Leermeldung" abgegeben. Für Pilz wäre der Aktienbesitz aber "eindeutig meldepflichtig" gewesen. Geklärt werden müsse auch Grassers Besitz von Aktien der YLine-Tochter FirstInEx, die mit der Erstellung der Homepage Grassers betraut war. Und schließlich solle noch die Rolle des Investmenthauses Lehman Brothers sowie der Kanzlei Ernest & Young geklärt werden, fordert Pilz. Grasser sei "in jeder Sicht eine Belastung für die Republik", meinte Pilz. Um weiteren Schaden - etwa beim Verkauf der Bundesimmobilien - abzuwenden, werde man sich bemühen, gemeinsam mit der FPÖ eine Mehrheit für den Misstrauensantrag zu bekommen. Grasser selbst wollte keine Stellungnahme abgeben. (kob/DER STANDARD, Printausgabe, 9.10.2003)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Pilz vermutet, dass Grasser den Besitz von Aktien der Internetfirmen YLine und FirstInEx nicht dem Unvereinbarkeitsausschuss des Parlaments gemeldet hat.

Share if you care.