Kompromisse und Verhandlungen als Strategie

10. Oktober 2003, 08:37
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Avi Primor empfiehlt Durchbrechen der Gewaltspirale

Frankfurt/Main - Ohne Kompromisse und Verhandlungen wird es nach Ansicht des ehemaligen israelischen Botschafters in Deutschland, Avi Primor, keinen Frieden in Israel geben. "Man kann eine besetzte Nation wie die Palästinenser nicht besiegen", sagte Primor am Mittwoch bei der Vorstellung seines Buches "Terror als Vorwand - Die Sprache der Gewalt" auf der Frankfurter Buchmesse. Die Gewaltspirale werde sich immer weiter drehen, solange Israel die Terroranschläge der Palästinenser als Rechtfertigung für die eigene Politik nutze.

In seinem Buch beschreibt der ehemalige Diplomat die Terrorangst als "inoffizielle Strategie" vieler Staaten. Gleichzeitig versucht er, konkrete Lösungsvorschläge zu machen. Um den Terror langfristig zu bekämpfen, müssten die westlichen Staaten vor allem in Geheimdienste investieren. Nur so könnten die Terrornetzwerke unterwandert werden. Primor war schon als Botschafter durch kritische Äußerungen zur Politik des eigenen Landes aufgefallen. Heute lebt er in Tel Aviv und ist Vizepräsident der dortigen Universität. (APA/dpa)

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    Avi Primor

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