Haben Sie schon einmal die Taste "Scroll Lock" benutzt?

27. Oktober 2003, 10:35
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Wenn ja, wissen Sie ja auch was dann passiert: Nichts - Über Sinn und Unsinn mancher Tasten an einem PC-Keyboard

Tagtäglich benutzen Sie ihren Personal Computer um zu arbeiten, zu mailen, zu spielen, Bilder anzusehen oder zu bearbeiten, DVDs oder CDs zu brennen oder abzuspielen - aber Sie haben noch nie die Taste "Scroll Lock" benutzt? Verzweifeln Sie nicht, es ist Ihnen nichts entgangen und Sie teilen dieses "Schicksal" mit der Mehrzahl der PC-Anwender. Doch was macht diese Taste dann auf dem Keyboard oder anders gefragt: Braucht man alle Tasten seiner Tastatur auch wirklich?

Es kann nichts passieren

Falls Sie nun auf den Geschmack gekommen sind und ihre Tastatur erkunden wollen, legen Sie einfach los - Drücken Sie die "Scroll Lock"-Taste und bereiten Sie sich auf eine Überraschung vor - es wird nämlich nichts passieren. Die Funktion dieser Taste wurde nämlich schon vor langer, langer Zeit zu Grabe getragen. Die "Scroll Lock"-Taste tauchte Anfang der achtziger Jahre auf den IBM/XT und AT-Keyboards auf und bliebbis heute auf den 101-Tasten und größeren "erweiterten" oder "Deluxe"-Tastaturen erhalten. Die Original-Macintosh-Keyboards hatten diese Taste nie, dafür aber das vergrößerte Mac-Keyboard.

Der Nutzen

Es war einmal eine Zeit, da hatte die "Scroll Lock"-Taste noch eine Bedeutung. Damals in der guten, alten Zeit der Computergeschichte wurde diese Taste genutzt um in Texten scrollen zu können und zwar mit den Pfeil-Tasten der Tastatur. Dies war lange bevor große Displays und grafische Scroll-Leisten erdacht waren. Daran erkennt man auch wofür "Scroll Lock" in der DOS-Ära, als die Displays 80 Zeichen pro Zeile und 25 Spalten darstellten, gut war. Allerdings gibt es doch noch einige Programme die die Taste nutzen, so etwa Microsofts Excel, in dem "Scroll Lock" das Scrollen mit den Pfeiltasten in einem Spreadsheet erlaubt ohne, dass der Pointer sich von der ausgewählten Zelle wegbewegt. Auch "Quattro Pro" hat diese Verwendung der Taste.

Die wunderbare Welt der Keyboards

Doch es gibt noch andere Tasten, die als beinahe "rudimentäres Organ" der Tastatur-Entwicklung ihren Dienst (eben nicht mehr) versehen. So zum Beispiel die Taste "SysRq" oder manchmal auch "SysReq". Diese Taste war die Nummer 84 als das 83-Tasten PC/XT-Keyboard zum 84-Tasten-AT-Keyboard wurde. Sofern nicht bei bestimmten Applikationen extra anprogrammiert, macht die "SysReq"-Taste in den meisten Betriebssystemen überhaupt nichts. Allerdings findet die Taste ihre Anwendung im BIOS. IBM entwickelte diese Taste um zwischen einzelnen Tasks hin- und herwechseln zu können, etwa in einem Mainframe, oder auch um alle Tasks zu unterbrechen.

Pause/Unterbrechung

Die Taste "Pause/Unterbrechung" wurde in DOS genutzt um das Text-Scrolling am Bildschirm zu unterbrechen. Aber auch - und dies war wesentlich wichtiger - um ein Programm während des Hochfahrens zu stoppen. "Pause" mit "Ctrl" kombiniert, bricht DOS-Applikationen ab, und findet immer noch Verwendung.

Für Programmierer

Die meisten "unnützen" Keyboard-Tasten finden in Programmier-Kreisen ihre Verwendung. Kaum eine Taste am Keyboard ist hierbei nicht belegt oder bekommt eine besondere Bedeutung. Einige Beispiele hierzu wären die "<`>"-Taste, die viele Namen trägt - unter anderem: Backquote, Left quote, Open quote oder grave - aber auch Backprime, Backspark und Quasiquote. Diese Taste hat keinen Auswirkungen bei auf das Betriebssystem bei DOS oder Windows wohl aber bei Unix. Programmierer verwenden es hingegen in den Programmiersprachen LISP und Python. Die "<|>"-Taste, auch als Pipe-Ke, Bar key oder vertical bar bekannt, findet breite Anwendung in C, C++, C# und anderen Programmiersprachen in denen es als "Oder" gebraucht wird. Langer Rede kurzer Sinn: die meisten Tasten, die Sie noch nie benutzt haben, verwendet ein Programmierer tagtäglich und freut sich über die Zeitersparnis - zumindest solange bis neue Bedeutungen und noch mehr Tasten auf den Keyboards Einzug halten werden. (grex)

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    foto: photodisc
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