Korruptes Nigeria

13. Oktober 2003, 19:53
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Der Korruptionsindex zeigt auf wo Bestechung und "Vetternwirtschaft" floriert - Österreich hat sich leicht verbessert: Haiti, Nigeria und Bangladesch bilden die Schlusslichter

London - Die Korruption ist in Österreich leicht zurückgegangen. Das geht aus dem Korruptionsindex "Transparency International", der am Dienstag präsentiert wurde, hervor. Demnach verbesserte sich Österreich um einen Platz auf den 14. Rang von 133 untersuchten Ländern. Österreich erreichte außerdem 8 Punkte. 10 Punkte würde bedeuten, dass ein Staat "äußerst sauber" ist. 0 Punkte hieße, das Land ist "äußert korrupt". Keines der 133 Länder erreichte jedoch den Höchst- oder Tiefstwert. Am wenigsten korrupt ist Finnland mit 9,7 Punkten. Die Schlusslichter bildeten Haiti, Nigeria und Bangladesch (1,5; 1,4 und 1,3 Punkte).

Außer Finnland stehen Island (9,6 Punkten), Dänemark und Neuseeland (je 9,5 Punkte) an der Spitze der Rangliste. Nur in einem österreichischen Nachbarland gibt es weniger Bestechung und "Vetternwirtschaft" als Österreich. Es ist dies die Schweiz (8,8 Punkte, Platz 8). Die weiteren: Deutschland (7,7 Punkte, Platz 16), Slowenien (5,9 Punkte, Platz 29), Italien (5,3 Punkte, Platz 35), Ungarn (4,8 Punkte, Platz 40), Tschechien (3,9 Punkte, Platz 54) und Slowakei (3,7 Punkte, Platz 59).

Korrupte brauchen Unterstützung

"Reiche Staaten müssen Entwicklungsländern praktische Unterstützung bieten, die politischen Willen zur Eindämmung von Korruption demonstriert. Außerdem sollten jene Staaten mit einem hohen Anteil an Korruption nicht bestraft werden, da sie am dringendsten Unterstützung brauchen", sagte Peter Eigen, Vorsitzender der Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI), in London. Neun von zehn Entwicklungsländern hätten weniger als 5 Punkte bekommen.

Der Leiter der TI in Großbritannien, Laurence Cockcroft, ergänzte: "Der heutige Index demonstriert, dass es nicht nur die armen Staaten sind, in denen Korruption gedeiht. Das Niveau der Korruption ist beunruhigend hoch auch in europäischen Ländern wie Griechenland oder Italien sowie in potenziellen reichen Öl-Staaten wie Nigeria, Angola, Aserbaidschan, Indonesien, Kasachstan, Libyen, Venezuela und Irak."

Der Korruptionsindex bezieht seine Daten aus Umfragen unter Wirtschaftsleuten, Wissenschaftlern und Risiko-Analysten, die auf deren Wahrnehmung abzielen.(APA)

  • Das Niveau der Korruption ist
beunruhigend in potenziellen reichen Öl-Staaten wie Nigeria, Angola,
Aserbaidschan, Indonesien, Kasachstan, Libyen oder Venezuela. Das Foto zeigt eine illegale Geldübergabe in Peru.
    foto: epa

    Das Niveau der Korruption ist beunruhigend in potenziellen reichen Öl-Staaten wie Nigeria, Angola, Aserbaidschan, Indonesien, Kasachstan, Libyen oder Venezuela. Das Foto zeigt eine illegale Geldübergabe in Peru.

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