"Roy Horn ist über den Berg"

10. Oktober 2003, 22:38
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Siegfried schweigt über Verletzungen seines Partners - Ärzte sind skeptisch ob der Magier jemals wieder ganz gesund wird - die Show soll weitergehen

Hamburg - Siegfried Fischbacher will die Magie-Show in Las Vegas mit seinem von einem Tiger schwer verletzten Partner Roy Horn fortsetzen. Sein Partner sei "über den Berg", sagte Fischbacher der "Bild"-Zeitung. "Was passiert ist, bedeutet nicht das Ende. Unsere Show wird weitergehen. Wir waren immer Kämpfer. Die Geschichte von Siegfried & Roy ist noch lange nicht zu Ende geschrieben." Um seinen Partner kümmerten sich "die besten Ärzte Amerikas". Roy "ist der stärkste Mensch auf der ganzen Welt. Wir stehen das zusammen durch.

Der behandelnde Arzt von Horn bezeichnete das Überleben seines Patienten als ein Wunder doch die Heilung nicht in nächster Nähe. Ob wie wie lange die Gesundung dauern wird, darüber will keiner der Ärzte genaue Auskünfte geben. Roy Horn reagiere auf die Behandlung und könne seine Füße und Hände bewegen, sagte Doktor Derek Duke vom Universitätskrankenhaus in Las Vegas am Dienstag (Ortszeit). Es sei ein Wunder, dass Horn den Angriff des 270 Kilogramm schweren Raubtieres überlebt habe.

Zustand bleibt kritisch

Der 59-Jährige war jedoch weiterhin in einem kritischen Zustand, nachdem er bei dem Angriff am Freitag schwere Verletzungen am Hals erlitten hatte. Duke wies Berichte zurück, Horn sei in ein künstliches Koma versetzt worden. Es werde noch einige Zeit dauern, bis das volle Ausmaß der Heilung bekannt werde. Mit seinem außerordentlichen Willen und seiner Stärke trage Horn jedoch sehr zu seiner Genesung bei, sagte Duke. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob der Magier Hirnschäden oder Verletzungen an der Wirbelsäule erlitten habe.

Tiger bleibt in der Familie

Zum Angriff selbst sagte Fischbacher zu "Bild": "Als ich Roy in seinem Blut liegen sah, empfand ich tiefstes Mitleid. Aber nicht nur für ihn, sondern auch für den Tiger. Das Tier hat ja instinktiv gehandelt und war selbst völlig durcheinander, weil Roy stürzte. Ich bin nicht wütend auf den Tiger, denn er hat nicht aus Bosheit gehandelt. Ich habe erst später erfahren, dass Roy merkte, dass irgendetwas mit dem Tiger nicht stimmt. Er ist vom geplanten Weg abgewichen, hat sich zwischen Publikum und das Tier gestellt. Dabei ist er gestrauchelt." Es sei "Roys Wunsch, dass ihm (dem Tiger) niemand etwas antut. Er wird weiter Teil unserer Familie sein", betonte Fischbacher. (APA/AP/AFP/dpa)

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    Roy Horn kann seine Hände und Füße wieder bewegen

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    Die Show soll weitergehen

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