Spar: Der "Angreifer aus dem Westen"

12. Oktober 2003, 19:56
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lebensmittelkonzern kündigt "Eroberung" von Ost-Österreich mit Modernisierungswelle und Standort-Expansion an

Purkersdorf - Durchwegs gute Laune herrschte am Dienstagabend bei den Vorstandsdirektoren der Spar AG im Rahmen der Eröffnung des Eurospar-Marktes in Purkersdorf (Bezirk Wien-Umgebung). Als "Angreifer aus dem Westen" sieht etwa Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel den heimischen Lebensmittelhandelskonzern. Mit einer Modernisierung der bestehenden Filialen sowie einer Standort-Expansion wolle man vor allem den Osten Österreichs "erobern".

Erfreut zeigten sich die Spar-Bosse auch über die Wachstumsführerschaft - der Marktanteil steigerte sich im Jahr 2002 auf 32,6 Prozent. "Man muss kein rein filialisiertes Unternehmen sein, um wachsen zu können", bekräftigte Vorstandsdirektor Fritz Poppmeier. Er spielte auf eine Tagung an, bei der die selbstständigen Spar-Einzelhändler zusammengetroffen waren. Es habe "große Zufriedenheit geherrscht", so Poppmeier, und eine "spürbare Aufbruchsstimmung". Die Vertragspartner seien "unglaublich motiviert", zahlreiche Geschäfte wären bereits modernisiert bzw. erweitert worden.

Positive Bolanz

Die Bilanz 2003 könne schon drei Monate vor Jahreswechsel als durchwegs positiv bewertet werden: Insgesamt 23 neue Spar- und Eurosparmärkte haben bereits ihre Pforten geöffnet - acht weitere folgen noch. Rund 140 Mio. Euro wurden investiert, der Umsatz 2002 stieg um 5,3 Prozent auf 3,57 Mrd. Euro. Besonders in Niederösterreich, Wien und dem nördlichen Burgenland hat die Spar AG die Expansion kräftig vorangetrieben. Betrug der Marktanteil 1994 noch 10,4 Prozent, so verzeichnete man 2002 einen Wert von 24,2 Prozent. Maßgeblich dazu beigetragen haben freilich die Übernahmen von Huma- und Konsum- (1995), PamPam- (1999) und Meinl-Standorten (2000) - vor allem in der Bundeshauptstadt.

In den Eurospar-Märkten - wie jenem in Purkersdorf - wird auf moderne Nahversorgung mit Convenience-Produkten gesetzt. Konzepte wie "food to go", "ready to eat", "ready to heat" sollen bei der Käuferschaft ebenso für Zufriedenheit sorgen wie ein integriertes Spar-Bistro. Fast schon lapidar der Kommentar von Vorstandsdirektor Hans Reisch: "Wir machen nur das, was unsere Kunden wollen, und brauchen uns daher nicht selbst zu beweihräuchern."

Purkersdorf wurde damit innerhalb weniger Jahre zu einem Zentrum des modernen Einkaufsvergnügens. Denn nur ein paar hundert Meter von der neuen Eurospar-Filiale entfernt befindet sich der "High-Tech"-Billa mit sprechenden Einkaufswägen und Self-Scanning. Auf das habe man bei Spar - nach einigen Tests - verzichtet, so Reisch: "Das ist sehr teuer, sehr wartungsintensiv - und noch nicht ausgereift."(APA)

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Spar

  • Spar will den Osten Österreichs "erobern"
    foto: standard/cre,mer

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