"Go, Arnie, go"

8. Oktober 2003, 05:36
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Junge ÖVP serviert bei Wahlparty in Graz "Governator's Cocktail" - enormes Medieninteresse

Graz - Schon Stunden bevor die ersten Hochrechnungen der Kalifornien-Wahl erwartet wurden, startete in Arnold Schwarzeneggers Heimatstadt Graz eine Wahlparty: Freunde, Weggenossen, Fans und Adabeis trafen sich in einem Szenelokal, belagert von einem halben Dutzend TV-Teams und zahlreichen anderen Medienvertretern, die Prognosen, Anekdoten und Storys vom möglichen neuen Gouverneur hören wollten. Gefeiert sollte bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses - und natürlich auch noch danach - werden, so die Veranstalter am Dienstagabend.

Während die Organisatoren von der Jungen Volkspartei das Publikum einen Governator's Cocktail servierten und in bunter Dekoration "Go, Arnie, go" skandierten, gab sich der Patron, Bundesrat a.D. Alfred Gerstl, bei der Eröffnung zurückhaltend: "Ich bin nicht sein Mentor, sondern höchstens sein väterlicher Freund", so der frühere ÖVP-Politiker, der allerdings anfügte, dass Schwarzenegger seine frühe politische Sozialisation in der Jungen Volkspartei in Graz erlebt habe.

Die enge Bindung an seine alte Heimat erklärte Gerstl vor allem damit, dass der steirische Alt-Landeshauptmann sich sehr dafür eingesetzt habe, dass Schwarzenegger seinerzeit, "wie er noch nicht so berühmt war", die Doppelstaatsbürgerschaft ermöglicht wurde.

Alt-Landeshauptmann Josef Krainer kam ebenfalls in das gerammelt volle "Stern" in der engen Grazer Sporgasse: "Arnold war immer schon ein politischer Kopf". Er sei ein Mensch, der gestalten wolle, aber auch jemand, der eine soziale Ader habe, wie sein Eintreten für die Special Olympics oder die Homeless People zeigten.

Krainers Nachfolgerin im Amt, Waltraud Klasnic, meinte, das Image von Österreich und der Steiermark würde durch einen Erfolg Schwarzeneggers sicher gestärkt und aufgewertet - auch wenn Arnie als Gouverneur natürlich in erster Linie für sein Land da sein werde.

Am Rande der Party war auch der eine oder andere Stoßseufzer zu hören: "Ich hoffe, morgen ist alles vorbei", so der heutige Besitzer von Schwarzeneggers Geburtshaus in Thal bei Graz, Heinz Anderwald. "Es hat wohl keine bedeutende TV-Anstalt gegeben, die nicht irgendjemanden vorbei geschickt hat", meinte der Hofrat - er ist Spitzenbeamter in der Landesregierung - und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Herkunft nur im Wahlkampf von so großem Interesse sein dürfte. Ein letztes Mal werde er noch Dienstag Früh im ORF auftreten, "verkleidet" als Jogger mit Walkmen, wo er die neuesten Nachrichten vom Wahlausgang mithören soll. (APA)

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    Bombenstimmung bei der Wahlparty der Jungen ÖVP

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