Brasilien nimmt Großproduktion von angereichertem Uran auf

8. Oktober 2003, 16:17
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Minister Amaral: "Im Dienste der nationalen Souveränität" - Ab 2014 soll exportiert werden

Rio de Janeiro - Brasilien hat die Aufnahme der Produktion von angereichertem Uran "in industriellem Ausmaß" angekündigt. "Dieses Projekt offenbart die wissenschaftlichen Fortschritte des Landes", sagte Wissenschafts- und Technologieminister Roberto Amaral nach Medienberichten in Rio de Janeiro. Die Produktion werde bereits im nächsten Jahr beginnen und im "Dienste der nationalen Souveränität" stehen, erklärte der Minister.

Weltweit Nummer Sieben

Laut Amaral ist Brasilien erst das siebente Land weltweit, das die Technologie der Uranproduktion durch die moderne Technologie der Ultrazentrifugation beherrscht. Die anderen Länder seien Russland, Japan, China, Deutschland, die Niederlande und Großbritannien. Frankreich und die USA benutzten das als "veraltet" geltende System der Gasdiffusion.

"Nuklear-Industrien Brasiliens"

Bis 2010 will Brasilien den Angaben zufolge 60 Prozent des Urans produzieren, das zum Betrieb der Atomkraftwerke Angra I und Angra II im Land Rio de Janeiro nötig ist. Von 2014 an will das südamerikanische Land dann in der Lage sein, "überschüssiges" Uran zu exportieren. Die Produktion soll von den seit 15 Jahren bestehenden Staatsunternehmen "Nuklear-Industrien Brasiliens" (INB) übernommen werden. Sie soll nur zivilen Zwecken dienen und auch nicht zum Betrieb der für 2020 geplanten Atom-U-Boote benutzt werden. Brasilien hat nach eigenen Angaben die drittgrößten Uran-Reserven der Welt. (APA/dpa)

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