Kommentar: Kleingeld - Von Rau

12. Oktober 2003, 19:41
7 Postings

KHG geht das "Münzgeld auch schon ziemlich auf die Nerven" - Was ist los? Hatte ihm die Industriellenvereinigung die 175.000 Euro für die Homepage in Ein-und Zwei-Euro-Münzen vor die Tür gekippt?

Finanzminister Karl-Heinz Grasser geht das "Münzgeld auch schon ziemlich auf die Nerven", sagte er am Rande einer EU-Sitzung. Was ist los? Hatte ihm die Industriellenvereinigung die 175.000 Euro für die Homepage in Ein-und Zwei-Euro-Münzen vor die Tür gekippt? Macht sich KHG Sorgen um den Sitz seiner Anzüge? Haltungsschäden, weil ihn das ganze Metall in der Tasche schief gehen lässt? An sich wären wir davon ausgegangen, dass ein Mann mit einem derartigen Freundeskreis wie er überhaupt kein Bargeld bei sich trägt (wie Prince Charles, für den auch immer andere zahlen). Beim Shopping braucht er auch nichts, weil die paar Designeranzüge kriegt er eh umsonst (wegen der Werbewirkung). Der Energydrink, mit dem er sich so gerne fotografieren lässt, wird ja hoffentlich auch gratis geliefert. Nein, KGH unterstützt eine Initiative der Regierung Berlusconi, die von der Europäischen Zentralbank Ein- und Zwei-Euro-Scheine verlangt. Das ist gut gegen die Teuerung, meint Italiens Finanzminister (weil Münzen psychologisch Kleingeld sind und leichter ausgegeben werden). Grasser aber will nicht so viel Schotter in der Tasche haben. Ein Tipp: In seiner Umgebung gibt's genug Kirchen und Opferstöcke. (DER STANDARD Printausgabe, 8.10.2003)
Share if you care.