Fahrt auf dunkler Tangente

9. Oktober 2003, 12:52
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Straßen in und um Wien waren Dienstagabend eine Stunde finster - Notsystem stellte Betrieb über Nacht sicher - Softwarefehler als Ursache

Die Straßenbeleuchtung in und um Wien war am Dienstagabend nach einem vorhergegangenen Ausfall im Zuge eines technischen Defekts nach 20.00 Uhr wieder in Betrieb. Vom Lichtausfall waren auch Teile von Niederösterrreich betroffen.

Softwarefehler

"Der defekte Rechner wurde außer Betrieb gesetzt, so dass er keine Signale zur An- und Ausschaltung der Beleuchtung mehr setzen kann", hieß es. Über Nacht übernahm ein Notsystem die Regulierung. Der Ausfall war nach Angaben von Wienenergie auf einen Softwarefehler zurückzuführen. Die Ursache dafür wurde bis Mittwoch am frühen Vormittag noch nicht gefunden.

In der Bundeshauptstadt war kurz vor 19.00 Uhr flächendeckend die Straßenbeleuchtung ausgefallen. Als Ursache wurde von einem Sprecher von Wien-Energie ein technischer Defekt angegeben. Probleme machten demnach so genannte Lastenverteiler. Bis etwa 20.00 Uhr wurde ein Notsystem in Betrieb genommen.

Lastenverteiler gab "den Geist auf"

Ein Rechner, der die öffentliche Beleuchtung sowie die Beleuchtung der Gebäude steuert, hatte bereits in den Nachmittagsstunden eine Störung. Dann gab auch noch ein zweiter Lastenverteiler "den Geist auf". Der Sprecher von Wien-Energie betonte, dass die beiden Rechner regelmäßig gewartet und überprüft werden. "Das zweifache System sollte eigentlich ausreichen. Und es gibt noch ein Notprogramm."

Gegen 19.30 Uhr ging Straßenbeleuchtung wieder an

Mannschaften wurden vom Bereitschaftsdienst alarmiert und eingezogen. Die Mitarbeiter von Wien-Energie arbeiteten fieberhaft an der Behebung der Störung. Gegen 19.30 Uhr ging in weiten Teilen Wiens wieder die Straßenbeleuchtung an. Der Polizei lagen zunächst keine Berichte über Zwischenfälle im Zuge der "Lichtausfälle" vor.

Tangente finster

"Von Klosterneuburg kommend fährt man ins Dunkle, auf der Tangente ist es komplett finster", hat ein Mitarbeiter des ÖAMTC die Situation in den Abendstunden geschildert. Verkehrsteilnehmer wurden via Radio aufgefordert, vorsichtig zu sein. Ampelanlagen waren nicht betroffen, die Notbeleuchtungssysteme in den Tunnels funktionierten einwandfrei. Auch mit der generellen Stromversorgung gab es keine Probleme.

Im September hatten Hardwarefehler bei einem der drei Verkehrsrechner in Wien dazu geführt, dass Dutzende Ampeln verrückt spielten. Rund 290 Anlagen waren an zwei Tagen betroffen. (APA)

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