Tipps für Nachtschwärmer

13. Oktober 2003, 20:26
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Flex: I-Wolfs "Soul Strata" live - Neon-Babies: Haarspray geht clubben - Schwüler Herbst im Homoriental

Wien - Freitage im Flex sind so eine Sache: Egal ob Panic, Hi Fidelity oder Flexible am Programm steht, der Sound ist derselbe und könnte genauso gut eine Radioübertragung von FM 4 sein. Diese Woche jedoch nicht: Denn kommenden Freitag steht am Donaukanal Großes am Spielplan.

Zum einen gastiert Amon Tobin heuer schon zum zweiten Mal in Wien. Der gebürtige Brasilianer und international - vor allem bei Musikerkollegen - angesehene Elektroniker stellt wieder ein Solo-Live-Set - bestehend aus Turntable-Elementen und frisch generierten Sounds - in Aussicht. Zum anderen hält Wolfgang Schlögl alias I-Wolf mit der Soul Strata Band Einzug, um eine der seltenen, dafür umso spannenderen Live-Umsetzungen seines heuer erschienenen Studioalbums zu präsentieren.

Dabei gewinnt das Songmaterial nicht selten eine neue Dimension und wirkt um vieles kräftiger und beseelter. Ausdrücklich empfohlen! (lux)
10. 10. Flex, 1., Donaukanal/Augartenbrücke. 23.00

Neon-Babies: Haarspray geht clubben

Das B 72 gibt sich donnerstags kühl. Verantwortlich dafür ist die Herrenrunde des Neon-Clubs, der den ersten Showblock zum zweijährigen Bestehen absolviert. Gut in der Publikumsgunst liegend, orientiert sich das Kollektiv nach wie vor an Klangmustern aus analogen Electro-Tagen und verlegt sowohl alte Helden wie Gary Numan als auch jüngere Semester der Electroclash-Welle. Wobei es passieren kann, dass die am Ozonloch maßgeblich beteiligten Duran Duran für Haarspraystimmung sorgen. Apropos Teenieband: Als solche gehen die dort live auftretenden TNT Jackson teilweise durch, wenn in uniformen Outfits knapp an der Selbstpersiflage vorbeigeschrammt wird. (lux)
9. 10. B 72, 8., Hernalser Gürtel, Bögen 72-73. 21.00

Schwüler Herbst im Homoriental

Auch das so genannte andere Ufer gibt sich nach dem Sommer partymäßig wieder höchst vital: Kommenden Samstag geht es im Club Massiv wieder darum, im Rahmen von Homoriental die Tanzfläche und die Spießer unsicher zu machen.

Das Club-erprobte DJ-Team Kairo Boys besorgt es dem lesbischen, schwulen oder Hetero-Publikum mit einer unkonventionellen Mischung von - natürlich - House über asiatische Sounds bis hin zu türkischem Pop.

Wobei die Genres garantiert ohne Heckspoiler und Goldketten gefahren werden - womöglich ein Grund dafür, dass die Homoriental-Partys nicht nur den Stammgästen als die besten weit und breit gelten. (lux)
11. 10. Club Massiv, 3., U. Weißgerberstr. 37. 22.00 (DER STANDARD; Printausgabe, 8.10.2003)

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    matthias cremer/standard
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