Fischer: "Weil wir uns zu ähnlich sind"

8. Oktober 2003, 18:51
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Deutschlands Außenminister sieht deutsch-österreichische Beziehungen wieder auf gutem Weg

Berlin - Der deutsche Außenminister Joschka Fischer sieht die deutsch-österreichischen Beziehungen "auf gutem Wege". Die Frage der Sanktionen "liegt hinter uns", sagte Fischer im Gespräch mit Auslandskorrespondenten in Berlin und fügte hinzu: "Wir haben immer Probleme, weil wir uns zu ähnlich sind."

Zur Kritik von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel an seiner Linie im EU-Verfassungsstreit meinte Fischer: "Ich habe wohl gehört, dass sich Herr Schüssel beschwert hat", sagte er in Anspielung auf ein ZDF-Interview, in dem Schüssel erklärt hatte, dass Fischers Ton nicht gut ankomme. Er habe "bei allem Respekt" zu begreifen versucht, wo der Stein des Anstoßes liege, so Fischer. Er habe Selbstverständliches gesagt: Wer Änderungen wolle, müsse einen Kompromiss organisieren.

"Sehr moderat"p<> Schüssel habe sich beim EU-Gipfel in Rom vergangenes Wochenende "sehr moderat" geäußert. Der Grünen-Politiker beeilte sich noch zu versichern, dass er selbst Schüssel schätze. Nur indirekt übte Fischer Kritik an Schüssel: "Die These, dass die kleinen Staaten benachteiligt werden, kann ich nicht nachvollziehen." Immerhin repräsentierten die sechs großen Staaten 80 Prozent der Bevölkerung. Deutschland habe in Nizza schon auf einen Kommissar verzichtet. "Den Wunsch, ein Kommissar pro Mitgliedsland, verstehe ich", so Fischer, der hinzufügte: "Vor allem bei den Beitrittsstaaten."

Auf die Frage des STANDARD, ob es eine Verknüpfung der Finanzverhandlungen mit der EU-Verfassung gebe, sagte Fischer: "Davor kann ich alle Beteiligten inklusive uns selbst nur warnen." (afs/DER STANDARD, Printausgabe, 8.10.2003)

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