Alexei Abrikosov

8. Oktober 2003, 10:35
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Eine gute Idee zahlt sich Jahrhunderte lang aus

Argonne/New York - Fantasie und ein freier Geist sind nach Überzeugung des russisch-amerikanischen Physikers Alexei Abrikosov die wichtigsten Werkzeuge eines Wissenschafters. "Eine gute Idee zahlt sich Jahrhunderte lang aus", sagte Abrikosov noch zu Zeiten der Sowjetunion, als seine Stunden im Labor "aus Steuergründen" kontrolliert wurden.

Albert Einstein wäre ein Billionär, hätte er seine Relativitätstheorie patentieren lassen, schrieb er damals in einem offenen Brief. Knapp zwei Jahrzehnte später wurde Abrikosov jetzt selbst mit dem höchsten Physik-Preis gewürdigt und zwar für seine Arbeiten zur Supraleitung.

Erleichtert

"Ich bin enorm erleichtert. Jetzt hat sich mein Leben doch gelohnt", sagte Abrikosov am Dienstag wenige Stunden nach seinem Anruf aus Stockholm. Den Nobelpreis habe er sich wohl schon deshalb verdient, weil er "wie kein anderer" in den verschiedensten Gebieten der Physik geforscht habe.

Abrikosov war bis zum Ende der Sowjetunion Direktor des Instituts für Hochdruckphysik und Leiter der Abteilung Theoretische Physik am Moskauer Institut für Stahl und Legierungen (ITEP). 1991 folgte er einem Ruf in die USA, kehrte seiner Heimat den Rücken und "ging seitdem auch nie wieder zurück".

Skifahren in den Rockys

Rückblickend vermisst er vor allem seine Wanderungen und Abfahrtsläufe im Kaukasus und anderen Gebirgen der alten Heimat. Zwar sei er auch schon einige Male in den Rocky Mountains Ski gefahren, aber ihm fehlen die Begleiter von früher. Außerdem "wollen die Beine nicht mehr so mitmachen", so der 75-Jährige.

Abrikosov ist Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Royal Society of London und wurde zuletzt auch in die US-Nationale Akademie der Wissenschaften gewählt. (APA/dpa)

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