Deutschland will Arbeitnehmerdaten auf Jobcard speichern

14. Oktober 2003, 11:25
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Neue Signaturkarte soll Verwaltungsaufwand reduzieren helfen

Berlin - Das deutsche Wirtschaftsministerium hat am Dienstag in Berlin als Initiative zum Bürokratieabbau eine "JobCard" für Arbeitnehmer vorgestellt. Mit der Chip-Karte solle auch ein Beitrag dazu geleistet werden, den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver zu machen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Ditmar Staffelt, bei der Vorstellung der Karte. Von Jänner 2006 an sollen sämtliche Arbeitnehmerdaten darauf gespeichert und von den Behörden abrufbar sein.

"Kreatives Zusammenspiel"

Staffelt betonte, von einer zentralen Datenspeicherung profitierten Unternehmen, Verwaltung, aber auch die Arbeitnehmer. Durch das "kreative Zusammenspiel" zwischen öffentlicher Verwaltung und privater Wirtschaft könnten "verkrustete Strukturen aufgebrochen und neu gestaltet werden". Die Unternehmer sparten Kosten, weil die Daten von den Behörden direkt und ohne Verwaltungsaufwand abgerufen werden könnten. Die Behörden könnten damit schneller und effizienter arbeiten und das nutze auch den Arbeitnehmern.

Die Signaturkarte werde wegen ihrer Verschlüsselung, die nur durch den Arbeitnehmer freigegeben werden könne und fälschungssicher sei, auch von Datenschützern befürwortet. Die Lufthansa, bei der die ersten "JobCards" bereits ausprobiert wurden, lobte die Technik. In Zeiten moderner Datentechnik müsse diese auch eingesetzt werden, sagte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer. "Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich noch Zeit lassen kann".

Verdienstnachweise

In der ersten Testphase ist die Karte für Arbeitsbescheinigungen erprobt worden, die beispielsweise von Arbeitsämtern angefragt werden. Geplant ist außerdem, auch Verdienstnachweise abzuspeichern, so dass staatliche Leistungen wie Wohngeld oder Kindergeld darüber berechnet werden können. Zudem sollen auch die Finanzämter Daten abrufen können.

Die Einführung der "JobCard", die im August 2002 von der deutschen Regierung beschlossen worden war, ist Teil des Regierungs-Projektes "Initiative Bürokratieabbau". (APA/dpa)

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