Dokumentation: Das "letzte" AUA-Angebot an die Piloten

12. Oktober 2003, 18:51
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Arbeitszeiten sollten an Lauda Air-Niveau angehoben werden - Gehaltsvorrückungen nur noch alle zwei Jahre

Wien - Folgendes Kostensenkungspaket hat das Management der Austria Airlines-Gruppe im Zuge der Verhandlungen um Sparpotenziale im AUA-Flugbetrieb den Personalvertretern und der Gewerkschaft HTV (Handel, Transport, Verkehr) zuletzt gemacht. Die Verhandlungen wurden wie am Montag ohne Ergebnis abgebrochen.

Das zuletzt behandelte Kostensenkungspaket "zur gemeinsamen Gestaltung einer Wachstumsperspektive für den Austrian-Flugbetrieb" hätte laut AUA "zu keinem Ist-Gehaltsverzicht für Austrian-Piloten, sondern lediglich zu einer langsameren Gehaltsentwicklung in der Zukunft geführt". Die vorgeschlagenen - und vom Betriebsrat abgelehnten - Punkte im Einzelnen:

  • Anpassung der Flug-, Dienst- und Ruhezeitenregelungen des Austrian-Bordpersonals an jene von Lauda Air. Effekt: Produktivitätssteigerung.
  • Umstellung der derzeit jährlichen Gehaltsvorrückungen auf ein Biennalsystem, wie es bei den kaufmännisch-technischen Angestellten seit langem der Fall ist. Effekt: Beitrag zur erforderlichen Kostensenkung.
  • Stufenweise Umstellung von einem leistungs- zu einem beitragsorientierten Pensionssystem, da die Piloten-Pensionskasse auf Grund des hohen Nachschussbedarfs so langfristig nicht finanzierbar ist. Effekte: Kostensenkung zur Absicherung.
  • Krisenpakt, bestehend aus einem automatischen, befristeten Kurzarbeitsmodell in definierten Krisenfällen. Effekt: Gegensteuerung und Erhalt des Beschäftigungsstandes auch in Krisenzeiten.
  • Einführung eines zweiten Gehaltsschemas für neu eintretende Austrian- und im Rahmen eines Karrieremodells übertretende Lauda- und Austrian arrows-Piloten auf dem Niveau des derzeitigen Lauda Air-Kollektivvertrags. Effekt: langfristige Sicherung der Wettbewerbsposition.

(APA)

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