AUA: Piloten "nicht mehr finanzierbar"

7. Oktober 2003, 17:10
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Burger: Pilotenkosten am Markt nicht mehr zu verdienen - Belegschaftsvorschläge hätten laut AUA-Rechnung nur vier bis fünf Millionen Euro gespart

Wien - Aus Sicht des Managements der Fluggesellschaft Austrian Airlines Österreichische Luftverkehrs-Aktiengesellschaft (AUA), Wien, sind die Piloten der neuen Spitzenmarke Austrian nach ihrem derzeitigen Kollektivvertrag (KV) mittel- bis langfristig "so nicht mehr finanzierbar". Einzig und allein der Markt bestimme die zulässigen Kosten, erklärte AUA-Vorstandsdirektor Josef Burger heute, Dienstag.

"Wenn man klar erkennt, dass Kosten am Markt nicht mehr verdient werden können, muss man auch die Bereitschaft zur Veränderung von historisch gewachsenen Produktionsbedingungen haben", so Burgers Schlussfolgerung und Rechtfertigung der geplanten Verlagerung von Flügen aus der vergleichsweise teuren AUA hin zur relativ "billigen" Tyrolean Airways, die seit kurzem unter dem Namen Austrian arrows in die Luft geht.

Gewerkschafts-Angebot in Abrede gestellt

Die AUA stellt Angaben von Gewerkschaftern und Belegschaftsvertretern über ein Kostensenkungspaket in Höhe von 15 Prozent in Abrede: Der Austrian-Bord-Betriebsrat habe ein solches Angebot nicht gemacht. Die Personalvertreter hätten 5 Prozent Kürzung der Pilotentabellen angeboten, "wenig bis keine Anpassung der Flug-, Dienst- und Ruhezeiten sowie die Erhöhung des Pensionsalters für Austrian-Piloten auf 61,5 Jahre sowie eine geringfügige Senkung der Kapitänseinstiegsgehälter".

Nach Rechnung des Managements hätte dies "in Summe maximal eine Einsparung zwischen 7 und 8 Mio. Euro erbracht", aber durch einen gleichzeitig zusätzlich eingebrachten Forderungskatalog des Bordbetriebsrates hätte sich "die tatsächliche Einsparung nur mehr auf rund 4 bis 5 Mio. Euro belaufen", teilte Austrian am Dienstagnachmittag mit. Der AUA-Vorstand hält aber Einsparungen im Flugbetrieb von 30 Mio. Euro "für ein Wachstumsszenario" des Austrian-Flugbetriebs für erforderlich.

Das zuletzt behandelte Kostensenkungspaket "zur gemeinsamen Gestaltung einer Wachstumsperspektive für den Austrian-Flugbetrieb" hätte laut AUA "zu keinem Ist-Gehaltsverzicht für Austrian-Piloten, sondern lediglich zu einer langsameren Gehaltsentwicklung in der Zukunft geführt". (APA)

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