Koubek trotz Verletzung im Achtelfinale

9. Oktober 2003, 20:05
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Hartumkämpfter Dreisatzsieg gegen den Russen Dawidenko in der ersten Runde - Tiebreak entschied zu Gunsten des Österreichers

Wien - Gleich zwei Österreicher kämpfen am Donnerstag bei der CA-Trophy um den Aufstieg ins Viertelfinale. Nach Jürgen Melzer, der schon am Montag mit einem Sieg über den Spanier Tommy Robredo aufgestiegen war, erreichte am Mittwoch auch Stefan Koubek das Achtelfinale. Der Kärntner machte in der letzten Erstrunden-Partie des mit 765.000 Euro dotierten Turniers in der Wiener Stadthalle gegen Nikolaj Dawidenko zwar scheinbar unnötige Überstunden, gewann gegen den Russen aber letztlich doch mit 6:2,4:6,7:6 (3). Er trifft Donnerstag (4. Match) auf Feliciano Lopez (ESP), Melzer bekommt es vorher mit Peya-Bezwinger Nicolas Kiefer (GER) zu tun.

Match beinahe verschenkt

Vor 6.000 Zuschauern beeindruckte Koubek dabei zunächst mit Aggressivität und Spielfreude, zeitweise fuhr er wie ein D-Zug über seinen chancenlosen Gegner hinweg. Den ersten Satz hatte er dank zweier Breaks nach 27 Minuten in der Tasche, nach lediglich 40 Minuten führte der in Wien lebende Kärntner 6:2,4:2. Was dann passierte, machte ihn aber selbst fassungslos. Das Match entglitt ihm völlig und Dawidenko kam immer besser ins Spiel.

Hallen-Marathon

"Ärgerlich. Ich hätte diese Partie in zwei Sätzen nach Hause spielen müssen", gestand Koubek. Stattdessen verjuxte er die klare Führung im zweiten Satz ebenso wie ein schnelles 3:0 im dritten und auch die Chance, im Entscheidungssatz bei 5:3 auszuservieren, vergab der Österreicher. Erst im Tiebreak machte er den Sack zu. "Wenigstens habe ich nie aufgegeben und bis zum letzten Punkt gekämpft", meinte Koubek, der statt eines blitzartigen Erfolges am Ende 2:03 Stunden auf dem Platz stehen musste.

Koubek spielte trotz Verletzung

Allerdings war Koubek gegen Dawidenko mit einer Rückenzerrung angetreten, die er sich am Vortag im letzten Aufschlag-Game des Doppels zugezogen hatte. Nur dank einiger schmerzstillender Injektionen konnte Koubek überhaupt spielen. Was wohl mit ein Grund war, warum er phasenweise Alles-oder-Nichts und dann wieder fast völlig passiv spielte.

Bresnik: "Traumtennis"

"Eineinhalb Sätze hat Stefan Traumtennis gespielt. So gut habe ich ihn noch nie gesehen, er hat seinen Gegner förmlich vorgeführt", sagte Koubeks Trainer Günter Bresnik nach dem Match. Was dann passiert sei? "Dawidenko machte plötzlich Fehler, da hat Stefan geglaubt, er kann es etwas ruhiger angehen. Und irgendwann dann hat er sicherlich die verlorene Moskau-Partie gegen Spadea mit den zwei vergebenen Matchbällen wieder im Kopf gehabt. Aber es ist umso sensationeller, dass er sich im dritten Satz gleich zwei Mal gut erfangen hat."

"Aufschlagtier" Lopez

Gegen Lopez hat er die bisher einzige Partie im Vorjahr in Tokio zwar verloren, mit den heimischen Fans im Rücken hofft er aber nun auf eine Revanche. "Er ist ein Aufschlag-Tier, es wird anstrengend", befürchtet Koubek.

Harte Arbeit für Moya

Lange Zeit Mühe hatte auch Turnier-Co-Favorit Carlos Moya. Der in Wien als Nummer zwei gesetzte Spanier musste sich gegen den Chilenen Fernando Gonzalez ordentlich strecken, ehe er nach 1:45 Stunden mit 6:4,6:7,6:1 wie Topfavorit Roger Federer (im Achtelfinale gegen den Qualifikanten Karol Beck) in Runde zwei stand. "Mein Spiel funktioniert derzeit ganz ausgezeichnet. Allein mit meinem Aufschlag kann ich Matches gewinnen", meinte ein selbstbewusster Moya.

In Wien will der ehemalige Weltranglisten-Erste zumindest das Halbfinale erreichen, er kämpft ja als derzeitige Nummer sieben im Race noch um einen Masters-Startplatz. Die Runde der letzten Vier traut er sich offenbar problemlos zu, denn vor der Achtelfinalpartie gegen Vince Spadea (USA), mit der das Donnerstags-Programm um 13.00 Uhr eröffnet wird, meinte er: "Ich weiß, wie ich ihn zu spielen habe. Mit meinem Aufschlag und meiner Vorhand sollte ich das Viertelfinale erreichen."

Ausgeschieden ist Koubeks Stallkollege Sargis Sargsian. Der Moskau-Finalist aus Armenien unterlag dem ehemaligen Paris-Sieger Albert Costa aus Spanien glatt 4:6,4:6. (APA/red)

  • Stefan Koubek biss sich durch.

    Stefan Koubek biss sich durch.

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