ÖBB lanciert Imagekampagne

9. Oktober 2003, 14:37
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Mitarbeiter als Werbe-Models sollen die Leistungen der Eisenbahner ins rechte Licht rücken

Wien - Anfang Oktober hatte eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes marketmind einen starken Rückgang des ÖBB-Images konstatiert, nun haben die Österreichischen Bundesbahnen reagiert. In einer Plakat- und Inseratenkampagne, die in den nächsten Tagen starten werde, sollen die Leistungen der in letzter Zeit oft als Privilegienritter gescholtenen ÖBB-Mitarbeiter aufgezeigt werden.

"Hinter der simplen Tatsache, dass täglich 7.500 Züge unterwegs sind, steckt viel Engagement, Know-how und Innovationskraft", so die ÖBB in einer Pressemitteilung am Dienstag. Die bei der Kampagne dargestellten Personen sollen diese Kraft ausdrücken. Sie sind keine Fotomodelle, sondern Mitarbeiter der ÖBB in deren Arbeitsumfeld.

Kampf um die Reform tobt weiter

Über den Köpfen der rund 47.000 ÖBB-Mitarbeiter tobt inzwischen der Kampf um die geplante ÖBB-Reform unvermindert weiter. War es vor kurzem noch Verkehrs-Staatssekretär Helmut Kukacka (V), auf den sich die Belegschaftsvertreter der ÖBB eingeschossen hatten, ist ihnen nun zusehends die Politik von Finanzminister Karl-Heinz Grasser ein Dorn im Auge.

"Mit ÖBB-Gesetzen übernimmt der Finanzminister de facto auch die Verkehrsagenden", ärgerte sich heute der Vizevorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft (GdE), Gottfried Winkler. "Die groß angekündigte Übernahme von 6,1 Milliarden Euro Altschulden durch den Bund ist ein reiner 'Taschenspielertrick' des Finanzministers, da diese Schulden ohnehin über die Bundesfinanzierungsagentur finanziert wurden und vom europäischen Statistikamt Eurostat deshalb schon längst dem Bund zugerechnet werden", wehrt sich der Gewerkschafter.

SPÖ: Belastung für den Arbeitsmarkt

Vor erheblichen negativen Auswirkungen der Bahnreform auf den Wiener Arbeitsmarkt warnt der Landesparteisekretär der SPÖ Wien, Harry Kopietz. "Die nach wie vor ungelöste Situation bei der künftigen Finanzierung der Bahn-Infrastruktur stellt für den Wiener Arbeitsmarkt eine besondere Belastung dar, denn: Nicht nur die ÖBB sind für den Wiener Arbeitsmarkt von besonderer Bedeutung, sondern auch all jene Unternehmen, die in den Bereichen Bauwirtschaft und metallverarbeitende Industrie bisher von den Aufträgen der ÖBB profitiert haben", erklärte der Landesparteisekretär. (APA)

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