Expertin: "Es könnte knapp werden"

8. Oktober 2003, 05:36
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Kalifornische Politologin hält "Swing-Voters" für ausschlaggebend - Republikaner als "Männerpartei" verfestigt

Los Angeles - Die Recall-Wahl über die Abberufung des kalifornischen Gouverneurs Gray Davis am Dienstag könnte im Finish noch zu einem spannenden Rennen werden, meint die kalifornische Politologie-Professorin Sherry Bebitch Jeffe. "Es könnte sehr knapp werden", so die Professorin an der University of Southern California in Los Angeles am Montag, wenige Stunden vor der Öffnung der Wahllokale am Dienstag früh im Gespräch mit ausländischen Korrespondenten.

Wenn sich eine Mehrheit der Wählerschaft gegen eine Abberufung des demokratischen Gouverneurs ausspricht, bleibt dieser noch weitere drei Jahre im Amt. Wird Davis hingegen abberufen gilt der republikanische Kandidat Arnold Schwarzenegger als Favorit. Sein Vorsprung vor dem Zweitgereihten in Umfragen, dem Demokraten Cruz Bustamante, schien aber in den letzten Tagen zu schwinden, so Bebitch Jeffe. Ohne eine Mehrheit für den Recall nütze Schwarzenegger aber auch die Spitzenposition unter den Kandidaten nichts.

Bröckelnde Unterstützung für Recall

Die Unterstützung der Kalifornier für eine Abberufung des Gouverneurs scheint in den letzten Tagen abzubröckeln, erläutert die Politologin. Laut Umfragen wollen auch 30 Prozent der Wähler des zweiten republikanischen Kandidaten, Tom McClintock, bei der ersten Frage gegen einen Recall stimmen. Die Vorwürfe wegen angeblicher sexueller Belästigung hätten konservative Wähler, die stark auf traditionelle Familienwerte und religiös geprägte Moralbegriffe setzen, von Schwarzenegger abgeschreckt.

Noch mehr Frauen abgewandert

Auch Wählerinnen, die im Schwarzenegger-Lager ohnehin in der Minderheit seien, könnten nach den Grapsch-Vorwürfen gegen den Filmstar vermehrt versuchen mit einem "Nein" bei der ersten Frage am Wahlzettel nach einer Abberufung des Gouverneurs Davis einen Erfolg Schwarzeneggers zu verhindern. Die Republikaner gelten in den USA eher als "Männerpartei", während die Demokraten auf mehr Frauen in der Wählerschaft zählen können. In Kalifornien könnten daher die Stimmen der weiblichen "Swing-Voters" (Wechselwähler) in der Mitte am Dienstag den Ausschlag geben, glaubt Sherry Bebitch Jeffe. (APA)

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    Die Wahllokale schließen am Dienstag um 20.00 Uhr Westküstenzeit.

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