Neue Programme für digitale Museen und Archive

14. Oktober 2003, 10:51
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Pilot-Projekt der EU "Cultos" probt neue Kunstvermittlungs-Strategien - Salzburg Research präsentierte Prototyp eines digitalen Archivs

Wie lässt sich Wissen zeitgemäß weitergeben, welche Rolle spielt der Computer für Museen, Archive und Bibliotheken? Das waren die Fragen, die beim EU-Projekt "Cultos" nicht zuletzt von der landeseigenen Forschungsgesellschaft "Salzburg Research" in den vergangenen beiden Jahren gestellt worden sind. Als Antwort präsentierte heute, Dienstag, Salzburg Research am Ende eines zweitägigen Symposiums in Salzburg den Prototyp eines digitalen Archivs.

Querverbindungen gefragt

"Wenn es darum geht, etwa Don Quijote und seinen Kampf gegen die Windmühlen an junge Leute zu vermitteln, dann genügt es schon lange nicht mehr, ihnen das Buch von Cervantes in die Hand zu drücken. Man muss zum Beispiel Querverbindungen zu Popsongs oder zu Karikaturen herstellen, bei denen Don Quijote ein Atomkraftwerk attackiert", sagte die Initiatorin von "Cultos", Ziva Ben Porat aus Israel heute bei einem Pressegespräch.

Künstler und Programmierer an einem Tisch

Der Beitrag von Salzburg Research bestand laut dessen Leiter Siegfried Reich darin, Künstler und Computerprogrammierer an einen Tisch geholt zu haben. Herausgekommen ist dabei ein nicht verkäufliches Archivierungsprogramm, mit dem die Salzburger Kulturinitiativen, Museen und die Kunstuniversität Mozarteum von den Vorteilen des Computers bei der Wissensvermittlung überzeugt werden sollen. Andrea Mulrenin von Salzburg Research fügte hinzu, diese Institutionen bräuchten derartige digitale Strukturen und Netzwerke nötiger als ihre Budgets.

"Wir zeigen nur, was alles möglich ist"

Was genau die Anforderung an diese Programme ist, das müsse, so Reich, von den Institutionen selbst kommen. "Wir wären zudem überfordert, diese Programme zu installieren. Wir zeigen nur, was alles möglich ist, wenn Wissen digital und modern vernetzt wird", so Reich, dessen Forschungsgesellschaft jetzt nach Strategien sucht, mit denen diese Idee vermarktet werden könnte.

Die Salzburg Research, die Forschungsgesellschaft des Landes Salzburg, beschäftigt 50 Mitarbeiter und hat ein Jahresbudget von drei Mio. Euro. Zwei Mio. davon stammen direkt von der EU, rund 750.000 Euro steuert das Land bei.(APA)

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