SJÖ gegen Zivildienstpflicht für Frauen

13. Oktober 2003, 13:12
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Vorsitzender Kollross: Begriff der Gewerkschaft wird ad absurdum geführt

Wien - Als "absolut schwachsinnig" bezeichnet Andreas Kollross, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), den Vorschlag der Parteifreien GewerkschafterInnen, den verpflichtenden Zivildienst für Frauen einzuführen. Die Argumentation mit dem Gleichheitsgrundsatz zeige, "dass die Parteifreien GewerkschafterInnen nichts von den Grundsätzen der Gleichstellungspolitik von Frauen verstanden haben", so Kollross.

Weiters könne es nicht Aufgabe von GewerkschafterInnen sein, für Billigarbeitsplätze einzutreten. "Mit solchen unqualifizierten Vorschlägen führt man den Begriff Gewerkschaft als Interessensvertretung der ArbeitnehmerInnen ad absurdum", so Kollross am Dienstag.

"Gipfel der Lächerlichkeit"

Kollross ortet bei solchen Aussagen definitiv eine fehlende Sensibilität in Sachen Frauenpolitik seitens der Parteifreien GewerkschafterInnen: "Frauen erhalten bei gleicher Qualifikation rund 30 Prozent weniger Einkommen als ihre männlichen Kollegen. Frauenarbeit ist oft unsichtbar und unbezahlt. Hier mit dem Gleichheitsgrundsatz Frauen zum Zwangsdienst verpflichten zu wollen, ist der Gipfel der Lächerlichkeit, da dies die Benachteiligung von Frauen nur noch weiter verstärken würde."

Kollross schlägt vor, dass die "Parteifreien Gewerkschafter" ihren Namen und ihre Funktion noch einmal überdenken, da ihre Forderung nichts anderes als eine Forderung nach schlechteren Arbeitsbedingungen ist: "Unterbezahlte Zwangsdienste zu fordern, entspricht der Tradition der 'gelben' GewerkschafterInnen. Die Forderung nach weiteren Billigarbeitskräften, wie es Zivildiener sind, trägt nur dazu bei, die Situation von ArbeitnehmerInnen am Arbeitsmarkt zu verschlechtern."

Abschaffung des Zwangsdienstes

Kollross betonte abschließend, dass die einzige Möglichkeit zur Schaffung qualitativer Arbeitsplätze die Abschaffung des Zwangsdienstes sei: "Mit dem Wegfall des Zivildienstes würden neue vollwertige Arbeitsplätze im Sozialbereich frei, die auch angemessen entlohnt werden müssten. Gleichzeitig müsste im Zuge dieser Maßnahme eine Professionalisierung dieser Berufe in Form einer entsprechenden Ausbildung stattfinden. (red)

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