Frauendienst für das Vaterland

13. Oktober 2003, 13:12
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Kirchliche Kommission: Freiwilliges Dienstjahr für junge Frauen denkbar

Wien - Eine neue Rechtfertigung für die allgemeine Wehrpflicht fordert die österreichische kirchliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax"). Der Zwangscharakter der Wehrpflicht bedürfe wie jeder Eingriff in die BürgerInnen-Rechte einer Rechtfertigung, hieß es am Dienstag in einer Stellungnahme zur Bundesheer-Reformkommission. Sollten die bisherigen Rechtfertigungsgründe - insbesondere die Sicherung der Grenzen - nicht mehr bestehen, müsste auch der Zwangscharakter der Wehrpflicht neu überdacht werden.

Junge Frauen in den Dienst

Während mehrere EU-Staaten die Wehrpflicht abgeschafft haben bzw. abschaffen wollen, sollte man bei einem ähnlichen Schritt in Österreich rechtzeitig "die Konsequenzen und die sich daraus ergebenden Nachfolgemaßnahmen" bedenken und einplanen. So wäre es zur Aufrechterhaltung der sozialen und militärischen Dienste etwa möglich, ein freiwilliges Dienstjahr einzuführen, in dem auch junge Frauen Wehr- oder Zivildienst leisten könnten.

Angemessene Entlohnung

Die österreichische Gesellschaft habe einen "vielfachen Bedarf an jungen Menschen für soziale Einsätze", etwa auch im Pflegebereich, heißt es in der Stellungnahme der kirchlichen Kommission. Für die finanzielle Abgeltung der Leistungen im Zivildienst oder in einem eventuellen "freiwilligen Dienstjahr" müsste eine Lösung gefunden werden, um ein "Lohndumping" gegenüber gleichartigen Berufsbereichen zu verhindern und eine angemessene Lebenshaltung zu erlauben. "Wenn es auch in Zukunft Dienste geben soll, die dem heutigen Zivildienst entsprechen, so müssen sie angemessen entlohnt werden. Das Sozialsystem darf nicht auf Ausbeutung beruhen." (APA)

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