Rotklee als Alternative

7. Oktober 2003, 18:18
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Östrogenhaltiger Pflanzen-Extrakt soll Wechselbeschwerden lindern und Krebsentstehung vorbeugen

Wien - Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Herz-Kreislauferkrankungen - diesen Beschwerden, die Frauen in den Wechseljahren plagen, soll eine Behandlung mit Rotklee auf natürliche Weise ein Ende setzen. Forschungsergebnissen zufolge soll der Extrakt der Pflanze Brustkrebszellen beeinflussen und deshalb für die Anwendung bei Wechselbeschwerden ohne gefährliche Nebenwirkungen geeignet sein. Das teilte die "Forschungsgemeinschaft Rotklee" am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien mit.

Rotklee wirkt durch östrogenhaltige Substanzen

"Bislang war die Hormonersatztherapie die einzig wirksame Behandlungsform gegen Wechselbeschwerden. Studienergebnisse entdeckten aber deren ernsthafte Nebenwirkungen und stellten sie in Frage", erklärte Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber von der Universitätsklinik Wien. Rotklee-Produkte sollen nun eine wirksame und sichere Alternative zur Hormonersatztherapie bieten.

"Die im Rotklee enthaltenen Isoflavone sind östrogenhaltige Substanzen, die, ähnlich den weiblichen Östrogenen aufbauende und schützende Funktionen für die Zelle erfüllen. Sie haben einen direkten Einfluss auf hormonabhängige Karzinome, wie zum Beispiel Brust- oder Gebärmutterkrebs", sagte Huber weiter. Gleichzeitig könnten die Isoflavone des Rotklees bei Wechselbeschwerden eine wertvolle Hilfe sein.

Vorbeugung gegen Krebs

"Für uns bestätigen die Forschungsergebnisse, dass wir auf dem richtigen Weg sind und es bald möglich sein wird, mit dem Rotklee-Extrakt nicht nur das Wohlbefinden der Frauen im Klimakterium zu verbessern, sondern auch der Krebsentstehung vorzubeugen", sagte der Biotechnologe Univ.-Prof. Dr. Alois Jungbauer. Wie die Wissenschafter betonten, scheinen die protektiven Eigenschaften nur auf die natürliche Zusammensetzung der im Rotklee enthaltenen vier Isoflavonen zurückzuführen zu sein.

Unter der Gabe von künstlich isolierten Isoflavon-Kombinationen (zum Beispiel Genistein oder Daidzein) war diese Wirkung nicht nachzuweisen. Rotklee-Produkte seien als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken frei erhältlich, sollten jedoch nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, rieten die Wissenschafter. (APA)

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    foto: derstandard.at
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