Magna Auditorium statt Vilar-Saal

13. Oktober 2003, 20:27
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Frank Stronach sponsert den Musikverein

Wien – Einer der vier neuen Säle des Wiener Musikvereins, die noch im Entstehen begriffen sind, wird nicht, wie geplant, Vilar-Saal, sondern Magna Auditorium heißen. Zwar hat Alberto Vilar die erste Rate seiner Bauförderung (587.000 Euro) überwiesen und ist damit noch immer der fünftgrößte Sponsor des Musikvereins, der unterirdisch expandiert. Die ausstehenden vertraglichen Verpflichtungen in Millionenhöhe, denen der US-Mäzen wegen finanzieller Schwierigkeiten bis auf weiteres nicht nachkommen kann, sind allerdings einvernehmlich sistiert worden.

Und da sich nun Magna- Chef Frank Stronach erlaubt, das Bauvorhaben mit 4,5 Millionen Euro zu unterstützen, kam es logischerweise zur Namensänderung. Somit sind die großen Finanzsorgen von Musikvereinschef Thomas Angyan zumindest kleiner geworden. Insgesamt belaufen sich die Umbaukosten ja auf 30 Millionen Euro (ursprünglich: 16,35 Millionen).

Bei einer Beteiligung von Bund und Stadt Wien mit je 5,45 Millionen Euro (jeweils 18 Prozent des Gesamtvolumens) verblieben der Musikfreunde-Gesellschaft durch Kostenexplosion plötzlich statt 5,45 Millionen Euro deren 19,1 zur Eigenaufbringung. Nun sind mithilfe verschiedener Sponsoren und diverser Aktionen "nur" noch 5,5 Millionen offen. Angyan ist jedoch "zuversichtlich", die fehlenden Geldmittel bis 2006 aufbringen zu können.

Stronach wird, verteilt auf die Saisonen 2004/05 bis 2007/ 08, weitere 500.000 Euro für ein Förderprojekt junger Künstler beisteuern. In diesem wollen die Gesellschaft der Musikfreunde und Magna Musiker von ihren ersten Auftritten in den neuen Musikvereinssälen bis zur internationalen Karriere begleiten.

Angesprochen darauf, ob er sich, sollten etwa nun auch die Salzburger Festspiele (auch dort ist Vilar im Zahlungsverzug) mit einer Sponsoringbitte an ihn herantreten, in Salzburg engagieren würde, meine Stronach hoffnungsfördernd: "Man muss ein offenes Ohr haben. Ohne offene Ohren könnte man auch keine Musik hören." (tos/DER STANDARD, Printausgabe, 9.10.2003)

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