Assad wirft Israel Kriegsabsichten vor

7. Oktober 2003, 17:32
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Syrischer Präsident lehnt Ausweisung von radikalen Palästinensern ab: "Sind keine Terroristen"

Dubai - Der syrische Präsident Bashar el Assad hat Israel vorgeworfen, sein Land und den übrigen Nahen Osten in einen größeren Krieg hineinziehen zu wollen. Es war seine erste Reaktion auf einen israelischen Luftangriff auf ein angebliches Trainingslager für palästinensische Extremisten in Syrien vor zwei Tagen. "(Der Angriff) ist ein Versuch der israelischen Regierung, sich ihrer großen Krise dadurch zu entziehen, dass sie Syrien terrorisiert und zusammen mit der gesamten Region in andere Kriege hineinzieht", sagte Assad der Tageszeitung "El Hajat" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. "Die (israelische) Regierung ist eine Regierung des Krieges und Krieg ist die Rechtfertigung ihrer Existenz", fügte er hinzu.

Assad lehnt Ausweisung von radikalen Palästinensern ab

Mit Blick auf Forderungen der US-Regierung lehnte Assad eine Ausweisung radikaler Palästinenser aus Syrien ab. "Wir werden sie nicht ausweisen, weil sie Syrien nicht geschadet haben, weil sie nicht syrischen Gesetzen zuwider gehandelt haben und vor allem, weil sie keine Terroristen sind", ergänzte Assad. Die USA fordern von Syrien die endgültige Schließung der Büros militanter Palästinenser-Organisationen in Damaskus, allen voran der Hamas und des Islamischen Dschihad.

Friedensfahrplan als "Totgeburt" bezeichnet

Damaskus werde sich angesichts des jüngsten Vorfalls um einen größeren Einfluss in der Region bemühen, kündigte Assad an. Den Friedensfahrplan des Nahost-Quartetts bezeichnetet Assad als "Totgeburt". Es war die erste öffentliche Reaktion des Präsidenten seit dem Luftangriff am frühen Sonntagmorgen.

Syrien selbst sei zwar "keine Supermacht, aber auch kein schwaches Land", fügte Assad hinzu. Zu militärischen Fragen oder eine mögliche militärische Antwort Syriens auf den Angriff sagte der Präsident in dem Interview nichts. Israels Armee gilt als die schlagkräftigste im Nahen Osten und ist Syrien nach Ansicht von Militärexperten strategisch weit überlegen. Der US-Regierung warf Assad in Anspielung auf die Lage im Irak vor, Syrien nur unter Druck zu setzen, um von ihren Problemen in der arabischen Region abzulenken. Syrien gehe mit diesem "fortgesetzten Druck" sehr vorsichtig um. (APA/Reuters)

  • "Regierung des Krieges"
    reuerts/khaled al-hariri

    "Regierung des Krieges"

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