Warum Linux und Mac OS X weniger Viren-anfällig als Windows sind…

24. Oktober 2003, 12:59
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Sicherheitsexperte tritt dem "Windows ist einfach weiter verbreitet"-Mythos entgegen und zeigt grundlegende Probleme auf

In seiner Kolumne auf SecurityFocus tritt der Sicherheitsexperte Scott Granneman einem der verbreitetsten – nicht nur in Online Foren grassierendem sondern auch unter IT-Managern öfters gehörtem - Gerüchte entgegen: Dem das die Virenanfälligkeit von Windows alleine auf die weite Verbreitung des Betriebssystems zurückzuführen wäre, und dass Linux oder Mac OS X bei steigendem Beliebtheitsgrad in ähnlichem Maß Probleme hätten.

Basics

Granneman hält diesen Behauptungen mehrere Argumente entgegen: So sei der/die StandarbenutzerIn bei Windows XP mit allen Rechten zur systemweiten Installation von Software ausgestattet, unter Linux und Mac OS X hingegen nicht. Selbst wenn es unter einem der beiden alternativen Systeme zu einem Virusbefall kommen würde, könnte dieser somit nicht das ganze System sondern maximal die Daten von einzelnen BenutzerInnen verwüsten. Unter Windows XP hingegen sei es sogar nicht privilegierten UserInnen möglich DLLs zu installieren, die das gesamte System zerstören könnten.

Hindernisse

Ein weiterer Grund für die größere Sicherheit von Linux sei, dass es wesentlich schwerer sei, ein Attachment auszuführen als unter Windows, der klassische Doppelklick des Verderbens, wie er unter Windows Ursache so zahlreicher Vireninfektionen ist, sei unter Linux so gar nicht möglich. Ein Viren-Attachment müsse erst abgespeichert und ausführbar gemacht werden, bevor es potentiell Schaden anrichten könne, jeder dieser zusätzlichen Schritte trüge einen Teil zur Sicherheit bei. Außerdem würden die meisten Linux-Mail-Programme mehr Wert auf die Warnung vor potentiell gefährlichen Schritten legen als Microsoft-Software, und so das Sicherheitsbewusstsein der UserInnen stärken.

Untypisch

Ein wichtiger Faktor für die höhere Virenresistenz von Linux sei ebenso, dass es unter dem Open Source Betriebssystem nicht eine dominierende Plattform gebe. So gibt es bei Linux nicht nur eine Vielzahl von E-Mail-Clients, von denen keiner eine beherrschende Stellung habe, durch die zahlreichen verschiedenen Distributionen, und die verschiedenen Versionen der enthaltenen Software, lasse sich auch kaum eine "typische Plattform" für einen Angriff finden. Ein Virenangriff gegen Linux oder Mac OS X-System würde entsprechend laut Granneman schon wesentlich früher im Sand verlaufen, während Windows eine einladende Petri-Schale für Viren und Würmer sei, seien Linux und Mac OS X eine feindliche Umgebung für diese. (apo)

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