Wieder Anschlag in Bagdad

7. Oktober 2003, 17:24
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Explosion und Schüsse in der Nähe des irakischen Außenministeriums - US-Soldat in der Nähe der Stadt Ramadi getötet

Bagdad - Die Anschlagsserie auf amerikanische Besatzungssoldaten sowie Regierungsbehörden im Irak setzt sich fort. Das irakische Außenministerium in Bagdad wurde am Dienstag von einer Explosion erschüttert. Verletzte gab es dabei nicht. Die Explosion im irakischen Außenministerium wurde laut Augenzeugen vom Einschlag einer Panzerabwehrrakete oder einer Mörsergranate verursacht. Offenbar sei niemand verletzt worden, hieß es weiter.

Kurz nach der Explosion gaben irakische Sicherheitskräfte Schüsse in die Luft ab. Die US-Armee erklärte, sie wisse von einem Zwischenfall, gab aber zunächst keine Einzelheiten bekannt. Das Geschoss sei offenbar auf dem Gelände des Ministeriums explodiert, sagte Hussein Amin, ein Augenzeuge. Der Sachschaden sei gering.

Demonstration bei Sitz der US-Zivilverwaltung

Das Gebäude liegt rund einen Kilometer vom Sitz der US-Zivilverwaltung entfernt. Dort waren wegen einer Demonstration am Dienstag die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Rund 2.000 ehemalige Mitarbeiter des irakischen Geheimdienstes forderten ihre Wiedereinstellung beziehungsweise die Zahlung einer Pension. Die Demonstranten trampelten Drahtzäune nieder und warfen Steine auf amerikanische Soldaten, die das Palastgelände bewachten. Als die US-Truppen vorrückten, zerstreute sich die Menge.

US-Soldat bei Ramadi getötet

Bei einem Angriff nahe der irakischen Stadt Ramadi wurde ein US-Soldat getötet. Ein weiterer US-Soldat des dritten Panzerkavallerieregiments sei bei dem Sprengstoffangriff am Montagabend nahe der 110 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt verletzt worden, so eine Armeesprecherin. Ramadi liegt im so genannten sunnitischen Dreieck, in dem zahlreiche Anhänger des entmachteten irakischen Staatschefs Saddam Hussein leben. In der Stadt gab es wiederholt Angriffe auf die US-Besatzungstruppen.

Armeehubschrauber bei Falluja abgestürzt

Bei Falluja, rund 60 Kilometer westlich von Bagdad, stürzte nach Angaben von Augenzeugen am Dienstag ein US-Armeehubschrauber ab. Der Helikopter sei gegen Mittag (Ortszeit) in eine Schlucht rund 20 Kilometer südlich von Falluja gestürzt, berichteten zwei Bewohner der Region. Es sei eine Explosion zu hören gewesen. Über dem Absturzort kreisten jeweils zwei US-Hubschrauber vom Typ Black Hawk und Cobra, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch Armeefahrzeuge wurden an den Unfallort entsandt. Die US-Armee wollte den Absturz zunächst nicht bestätigen.

Seit US-Präsident George W. Bush am 1. Mai die Hauptkampfhandlungen im Irak für beendet erklärte, kamen 91 US-Soldaten bei Angriffen ums Leben. Zwei US-Soldaten und ein irakischer Dolmetscher wurden nach Armeeangaben am Dienstag durch eine Bombenexplosion südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden, teilte das für den Einsatz im Irak verantwortliche Central Command mit. Kurz zuvor hatte die US-Armee bekannt gegeben, dass am Vortag bei einer Bombenexplosion westlich von Bagdad ein Soldat getötet und ein weiterer verwundet worden sei. (APA/AP/Reuters)

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